Man Booker Prize 2015

Jamaikaner Marlon James gewinnt

14. Oktober 2015
Redaktion Börsenblatt
Der gebürtige Jamaikaner Marlon James hat für "A Brief History of Seven Killings" (Oneworld Publications) den 2015 Man Booker Prize for Fiction erhalten. Der Roman kreist um den Mordanschlag auf den Reggaestar Bob Marley im Jahr 1976. Eine deutsche Ausgabe des Buches liegt bislang nicht vor. 

Marlon James (44), der heute in Minneapolis lebt, ist der erste Autor aus Jamaika, der den Man Booker Prize gewonnen hat, heißt es in der Presseinformation. Sein Roman "A Brief History of Seven Killings" spielt Mitte der 1970er Jahre in Kingston und versammelt mehr als 75 Charaktere und Stimmen − im Zentrum die Geschichte des Mordanschlags auf Bob Marley im Dezember 1976 im Vorfeld eines Friedenskonzerts anlässlich der bevorstehenden Wahlen. Marley überlebte den Anschlag, trat bei dem Konzert auf und verließ danach Jamaika für zwei Jahre. Ein weiteres Thema des Buches ist die Drogenszene auf der Karibikinsel. "A Brief History..." ist der dritte Roman von Marlon James. Für die Jury das "aufregendste Buch" der Shortlist.

"It is a crime novel that moves beyond the world of crime and takes us deep into a recent history we know far too little about," sagte der Jury-Vorsitzende Michael Wood. "It moves at a terrific pace and will come to be seen as a classic of our times."

Marlon James erhält neben dem Preisgeld in Höhe von 50.000 Pfund (circa 67.000 Euro), eine Designer-Ausgabe seines Buches. Weitere 2.500 Pfund bekommt er wie die anderen Shortlist-Autoren.

Der Preis, der seit 1969 vergeben wird, richtet sich seit zwei Jahren an Autoren aus aller Welt, die auf Englisch schreiben und den eingereichten Titel in Großbritannien veröffentlicht haben. Vorher kamen nur Autoren aus Großbritannien und dem Commonwealth, Irland und Simbabwe in Frage.