Dame Antonia Susan Byatt, geboren 1936 in Sheffield, erhält den Preis für ihren inspirierenden Beitrag zum "Life Writing" − ein Genre, das historische Romane, Biografien und Autobiografien umfasst, heißt es in einer Mitteilung der Preisstifter. Die Jury beschreibt A.S. Byatt als eine zur Schriftstellerin geborene Frau, die ein scharfes Auge für öffentliche und private Beziehungen hat.
Byatt hat dutzende (historische) Romane, Biografien, Kurzgeschichten und kritische Essays geschrieben. In ihrem weitgefächerten Werk vereine sie eine große Belesenheit mit einer ungezügelten Freude am Schreiben und einer starken imaginären Kraft. Zu den wiederkehrenden Themen gehören der Einfluss der Kunst auf das Leben, Magie und Realismus sowie der Konflikt zwischen Ambitionen und Familie. In ihrem Werk bringe sie nicht nur Künstler und Akademiker zusammen, sondern auch Märchen und Mythen. Dabei habe sie das Genre des "Life Writings" auf ihre eigene Art neu gestaltet. Zu ihren bekanntesten Büchern gehören "Besessen", Sammlungen an Kurzgeschichten wie "Zucker. Erzählung" und der Roman "Das Buch der Kinder".
A.S. Byatt hat zahlreiche literarische Auszeichnungen erhalten, unter anderem 1990 den Booker Prize. In ihrem Heimatland erhielt sie eine königliche Auszeichnung und in Frankreich im Jahr 2003 den Chevalier de l'Ordre des Arts et des Lettres.
Der niederländische Erasmuspreis wird jährlich an eine Person oder Einrichtung verliehen, die einen außergewöhnlichen Beitrag zu den Geisteswissenschaften oder der Kunst geleistet hat.