Die Sonntagsfrage

"Nehmen Sie Bewerbungen von Verlagen entgegen, Frau Krawehl?"

13. April 2019
von Börsenblatt Online
Am 12. April hat der Lesesaal seine neue Reihe "Unabhängige Verlage stellen sich vor" mit der Friedenauer Presse gestartet. Jeweils im Frühjahr / Sommer und im Herbst will die Hamburger Buchhandlung künftig jeweils drei Independents Verlag vorstellen. Die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern bekommt der Verlag. Stehen die jetzt im Lesesaal Schlange? Brauchen die Verleger Entertainer-Qualitäten? Wird man gewählt oder kann man sich bewerben? Antworten von Lesesaal-Inhaberin Stephanie Krawehl.
Die Resonanz auf unseren ersten Verlagsgast war sehr positiv. Wir konnten mit den Einnahmen die Fahrtkosten unserer Gäste decken. Der Buchverkauf lief gut - besser als so mancher Büchertisch! Und dabei war die Organisation überhaupt nicht aufwändig - ein paar E-Mails und Telefonate plus Buchbestellung. Und natürlich die Werbung. Grundsätzlich bewerben wir unsere Veranstaltungen, somit auch diese Veranstaltungsreihe, wie folgt: Website, Instagram & Facebook, Findeling, Google Business und im Laden mit Plakaten und Flyern. Wenn wir Glück haben, werden die Veranstaltungen von der örtlichen Presse aufgenommen. Warum wir uns für Independents engagieren? Der Lesesaal arbeitet seit seiner Gründung im Februar 2011 intensiv mit unabhängigen Verlagen zusammen. In den ersten drei Jahren haben wir monatlich einen Verlag im Laden vorgestellt, d.h. viele Verlage begleiten uns daher schon lange. Für dieses Jahr haben wir schon volles Programm. Es kommen neben dem Berliner Guggolz und dem Hamburger Punktum-Verlag im Herbst Berenberg, AvivA, Kampa und Secession. Außerdem planen wir im Herbst eine Veranstaltung mit der Kurt Wolff-Stiftung. Unsere Verlagsgäste brauchen nichts weiter mitzubringen. Sie haben an sich schon ein wunderbares Profil. Da wünschen wir uns lediglich, einen passenden Termin zu finden. Idealer Verlagsabend - engagierte Buchmenschen treffen auf interessiertes und neugieriges Publikum. Generell verfügen Verlegerinnen und Verleger aufgrund ihrer Tätigkeit über ein hohes Maß an Unterhaltungsqualitäten. Friederike Jacob von der Friedenauer Presse hat ein kleines Programm mit ihrer Schwester, der Schauspielerin und Musikerin Pauline Jacob, die Akkordeon spielt, erarbeitet. Es war ein Genuss! Unsere weiteren Pläne? Sehr gern würden wir einen französisch-englisch-deutschen Independant Verlagsgipfel im Lesesaal veranstalten, um zu erfahren, wie unabhängigen Verlage in diesen Ländern mit den Buchhandlungen zusammenarbeiten. Das wäre was.  Unabhängige Verlage sind von Anfang an Begleiter des Lesesaals gewesen. Wir als inhabergeführte Buchhandlung haben mit unseren Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit, diesen wichtigen Bestandteil der deutschen Verlagslandschaft in das Bewusstsein der Leser zu rücken. Nutzen wir diese Möglichkeit!