Zum Beispiel den Vorsteher des Börsenvereins einladen, um mit ihm ins Gespräch zu kommen und so insbesondere die Kunden für die durchaus prekäre Situation zu sensibilisieren. Michael Kozinowski, Inhaber der Buchhandlung Mackensen hat das getan. Honnefelder kam und mit ihm ca. 60 Zuhörer, darunter viele Kollegen von Kozinowski.
Was kann ein Gespräch leisten? Fragen stellen, sich zu Antworten vortasten. »Soll das Buch subventioniert werden?« »Eher nicht.« So gab es auf manche Frage aus dem Publikum deutliche Antworten, manchmal aber warfen diese selbst nur wieder neue Fragen auf: »Gibt es zu viele überflüssige Bücher?« »Ja, das ist wohl so. Aber wer bestimmt, was überflüssig ist und was nicht?« Und auf wohlfeile Beruhigung war Honnefelder ohnehin nicht aus: »Es wird in einigen Jahren vehement weniger Buchhandlungen geben als jetzt.« Oder: »Zum Geschäftsmodell der Filialisten gehört es durchaus, auf Qualität zu setzen. Gehen Sie mal hin, überzeugen Sie sich!«
Manchem schien da dann doch sehr unwohl zu werden. So war Honnefelders Unterstützung eher nicht gedacht: »Schauen Sie ruhig, aber kaufen Sie die Bücher bei uns«, warf Kozinowski, an die Kunden unter den Zuhörern gewandt, rasch ein. Das wichtigste Kapital sei das Vertrauen der Kunden, sagte Honnefelder noch. Kozinowski wird es in den nächsten Tagen bemerken, ob der Abend vertrauensbildend und also kapitalmehrend gewirkt hat.