Ich kannte das Buch, auch wenn ich zu meiner Schande gestehen muss, dass ich mich nicht mehr an allzu viel erinnern konnte, fand das Ganze aber an und für sich recht gelungen. Meine Freundinnen jedenfalls, die mit ganzem Herzen an dem Buch hingen, waren erschüttert. Der eine war zu alt, die andere hatte die falsche Haarfarbe; durcheinander und verwirrend, fanden sie und verließen das Kino nicht zuletzt wegen des unzureichenden Endes, zutiefst enttäuscht. Wenn man schon ein Buch verfilmt, dann sollte man dies doch zumindest bis zur letzten Seite tun, oder etwa nicht?
Man kann sie mögen oder eben auch nicht, aber ignorieren kann man sie auf keinen Fall. Heutzutage ist es egal, wann man ins Kino geht, ein belebtes Buch wird man immer im Kinoprogramm entdecken. Doch hat jedes Buch das Zeug zum Film? Muss man die Bücher in der Buchhandlung von nebenan von nun an mit anderen Augen betrachten? Kann aus jedem nach außen hin noch so unscheinbarem Buch ein Blockbuster werden? Und was bedeutet diese Entwicklung letztendlich für den Buchhandel? Bevorzugen die Leute von morgen eher die DVD, weil ihnen das Buch zu dick oder zu anstrengend ist?
Seltsamerweise werden in letzter Zeit immer gerade die Bücher verfilmt die ich selbst auch gelesen habe. Die einen sind besser, die anderen schlechter, aber die Masse der Buchaffinen ist sich doch einig, dass Filme nur selten dem geschrieben Wort standhalten können. Manche scheuen sogar gänzlich davor zurück Literaturverfilmungen zu besuchen, aus Angst, die Fleisch gewordenen Ebenbilder könnten so grässlich dargestellt sein, dass sie einem für immer das kostbare Buch vermiesen, die eigene Imagination mit ihrem schlecht vorgetragenen schauspielerischen Können zerschlagen. Halten Sie Ihre Vorstellungskraft für stark genug? Ich traue meiner zu auch der schlimmsten Verfilmung standzuhalten und besuche gerne Literaturverfilmungen. Auch wenn man oft Enttäuschungen verkraften muss, ist es immer wieder spannend zu sehen, wie jemand anderes diese kleine Welt sieht und umsetzt. Man denkt gerne von sich selbst der einzige zu sein, der die Worte in seiner Vorstellung richtig umgesetzt hat. Schließlich geht man mit einem Buch ja auch auf gewisse Weise eine sehr persönlichere Bindung ein. Mit einem Film nicht.
Natürlich gibt es auch die, die ständig murren, man hätte doch dies und das weggelassen und ich gebe zu, dass auch ich oft darunter bin, aber wenn man mal ehrlich ist, sieht man ein, dass es ganz unmöglich ist ein Buch komplett Wort für Wort zu verfilmen.