Beim Pitching, bei dem von Verlagsvertretern zehn der zur Berlinale angebotenen potentiellen Filmstoffe knapp und pointiert vorgestellt wurden, überwogen die Neuerscheinungen. Thomas Zeipelt, verantwortlich für Filmrechte bei Suhrkamp, konnte sogar wirkungsvoll mit einem druckfrischen Exemplar von Albert Ostermaiers Roman Zephyr aufwarten. Bei Diogenes gibt es große Erwartungen für Bernhards Schlinks jüngsten Roman Das Wochenende, der im März erscheinen wird. Gleich mehrere Stoffe setzen sich mit politischem und religiösem Terrorismus auseinander so auch der Thriller Baptism von Max Kinnings, den eine britische Agentur vorstellte, oder das in Nordirland und Paris spielende IRA-Drama My Traitor (Grasset & Fasquelle). Andere Romane, wie der von Random House ausgewählte australische Titel Der Joker von Markus Zusak oder Catalina von Markus Orths, den Schöffling & Co. ins Rennen bringt, sind bereits in mehreren Ländern erfolgreich auf dem Markt.
Entscheidend für die Filmproduzenten sind Plot, Handlungsorte und der Emotionsgehalt der literarischen Vorlagen. Im Begleitheft zum Pitching ist denn auch in wenigen Zeilen begründet, warum nach Meinung des Verlages, gerade dieses Buch für eine Filmadaption geeignet scheint.
Nach der mündlichen Präsentation der Stoffe, die nach gut einer Stunde zu Ende ist, wächst die Spannung an den Tischen, an denen Verlags- und Filmleute in gemischter Reihe sitzen. Schon das erste Echo kann ermutigend oder enttäuschend sein. Mit spontanen Entscheidungen jedoch wird keiner rechnen. Gerade beim Film malen die Mühlen langsam und gründlich. Aber unser Netzwerk ist wieder weiter gespannt und es ergeben sich immer neue Kontakte, resümiert Literaturagentin Heinke Hager von Graf & Graf. Von 12 bis 15 Stoffen, die im Jahr von der Agentur angeboten werden, kommen etwa acht unter Vertrag und fünf werden realisiert. Das sei ein guter Schnitt.
Das Interesse der Film- und Fernsehproduzenten an literarischen Stoffen hat sich in den letzten Jahren verdoppelt bis verdreifacht, beobachtet auch Sabine Kohl von Random House. Die Verlagsgruppe baut deshalb auch mit Blick auf die Backlist gerade ihren Bereich Filmrechte deutlich aus und hat größtes Interesse, dass beide Medienbranchen noch näher aneinander rücken. Die Kunst bestehe darin, verschiedenen Produzenten den geeigneten Stoff anzubieten, bekennt Thomas Zeipelt. Für das Romandebüt des Dramatikers Ostermaier liegen gegen Mittag bei Suhrkamp schon Nachfragen von amerikanischen, englischen, deutschen und österreichischen Produzenten vor.
Der Berlinale gelingt im Zusammengehen mit der Frankfurter Buchmesse, die zudem für drei Tage über 30 internationale Verlage mit einem Gemeinschaftsstand am Co-Production Market vorstellte, erneut eine glückhafte Verknüpfung von Buch- und Filmmarkt.