Mit dem Preis sollen im jährlichen Wechsel deutsche Übersetzungen ins Italienische und umgekehrt ausgezeichnet werden. Die ersten Gewinner sind Domenico Pinto, Anita Raja und Monica Pesetti. Domenico Pinto wird in der Kategorie beste Übersetzung für die Übertragung von Arno Schmidts Aus dem Leben eines Fauns (Haffmann), die jetzt bei Lavieri Editore (Caserta) erschienen ist, ausgezeichnet. Anita Raja erhält als Übersetzerin u.a. von Christa Wolf die Ehrung für ihr Lebenswerk. Monica Pesetti schließlich bekommt den Preis der Sparte Nachwuchs-Übersetzer für Daniel Kehlmanns Ich und Kaminski (Suhrkamp) bzw. Hartmut Langes Leptis Magna (Diogenes), die in ihrer Übersetzung bei Voland Edizioni (Rom) herausgekommen sind. Der erste und zweite Preis sind jeweils mit 7.500 Euro dotiert, während dem Nachwuchs-Übersetzer ein Stipendium für einen Aufenthalt im Europäischen Übersetzer-Kollegium in Straelen (Nordrhein-Westfalen) gewährt wird. Die Mindestlaufzeit des Preises beträgt sechs Jahre.
Die diesjährigen Preisträger wurden von einer deutsch-italienischen Jury unter Leitung von Magda Olivetti (Florenz) und Maike Albath (Berlin) ausgewählt. Der Deutsche Botschafter in Italien, Michael Steiner, wird die Preise in einer Feierstunde im Auditorium des römischen Goethe-Instituts am 21. Februar überreichen. Nach seinen Worten stellt der Übersetzerpreis eine symbolische sprachliche Brücke zwischen Deutschland und Italien dar. Die Leiterin des römischen Goethe-Instituts Susanne Höhn sieht mit der Auslobung des Preises die Anstrengungen ihres Instituts gekrönt, die seit einigen Jahren die zeitgenössische deutsche Literatur durch Schaffung eines Netzwerkes von Kontakten und Kenntnissen in Italien fördert. In Italien werden nach Angaben des Verlegerverbandes AIE Neuerscheinungen vor allem aus dem Englischen (54,4 Prozent) und dem Französischen (12,8 Prozent) übersetzt. Deutsch liegt mit 7,9 Prozent noch auf dem dritten Platz (Daten von 2006), droht aber in den kommenden Jahren vom Spanischen überrundet zu werden. Dennoch wächst nach einem langen Tief der letzten Jahrzehnte in Italien wieder spürbar das Interesse an deutscher Belletristik, während in Deutschland zuletzt nur 2,8 Prozent alle fremdsprachlichen Lizenzen von Neuerscheinungen aus Italien kamen.