Antiquariat

Antiquariat in der Corona-Krise

17. März 2020
von Börsenblatt Online

Wie reagieren Antiquariate und Buchauktionshäuser in Deutschland und der Schweiz auf die aktuelle Krisensituation? Venator & Hanstein, Koller, Dietrich Schaper, Daniel Osthoff, w+h. Eine erste Übersicht.

Das Kölner Auktionshaus Venator & Hanstein hält an seinen lange vorbereiteten Frühjahrsauktionen am 20. und 21. März fest und verweist auf seiner Website und per Rundmail auf die verschiedenen Möglichkeiten, sich online an diesen Versteigerungen zu beteiligen (siehe hier).

Koller (Zürich) hat dagegen heute seine Buchauktion, für den 23. März geplant, verschoben (wie auch mehrere andere Auktionen des Hauses; siehe hier). Ein neuer Auktionstermin wird voraussichtlich im Juni liegen.

Dietrich Schaper, der zusammen mit seiner Ehefrau ein Ladenantiquariat am Hamburger Stephansplatz betreibt, schreibt: "Seit heute haben wir unseren Laden geschlossen. Wir folgen damit der Anordnung des Hamburger Senats. Das Versandgeschäft geht natürlich weiter. Auf unserer Website (siehe hier) bieten wir einen Rundgang durch unseren Laden an."

Daniel Osthoff, Ladenantiquar in der Würzburger Innenstadt, konzentriert sich erst einmal auf Neuaufnahmen beziehungsweise auf bislang unbearbeitete Buchbestände und verweist natürlich auf das weiterlaufende Versandgeschäft: "Wir haben bereits seit gestern 'geschlossen', das heißt wir lassen nur eine Person in den Laden und die Türe ist zu. So kann man Abstand halten. Wir nehmen zur Zeit Titel auf, das geht ja auch bei geschlossener Türe, verschicken gerade eine neue Altphilologie-Liste und hoffen darauf, dass die Menschen, auch im Netz, aus ihrer Schockstarre erwachen und wieder anfangen, Bücher zu bestellen. In den Schaufenstern weisen wir darauf hin, dass es ein Telefon gibt, einen Computer, mit dem man E-Mails verschicken kann, eine Homepage (siehe hier), auf der ganz einfach bestellt werden kann. Wir sind im Geschäft und arbeiten ganz normal weiter, solange uns die Bücher nicht ausgehen, die wir zu bearbeiten haben. Aber bei ca. 4000 zu bearbeitenden Büchern habe ich keine Bedenken für das nächste halbe Jahr."

Die w+h GmbH (Würzburg) stellt, wie Geschäftsführer Frank Holzapfel heute mitteilt, Antiquariaten für die nächsten zwei Monate eine kostenlose Version ihrer Software whBOOK zur Verfügung, um Heimarbeit zu erleichtern; weitere Informationen zu diesem Angebot siehe hier.