Der Landesverband nutzte seine Jahreshauptversammlung in der Gastronomie im Stadtpark wieder, um in der Mittagspause auch die Presse über aktuelle Probleme und Themen der Branche zu informieren. Diesmal ging es vor allem um das Urheberrecht im Netz und die Entwicklung der E-Books. "Wo bleibt der stationäre Buchhandel? Schafft er es, am E-Book-Geschäft teilzunehmen - oder gibt es ein ähnliches Desaster wie beim Musikfachhandel?" So fasste Könemann zwei Punkte zusammen, die den Verband rund um die Digitalisierung zur Zeit beschäftigen, neben der Gefahr durch illegale Tauschbörsen und das umstrittene Google-Settlement.
Dass das Thema E-Book auch die Mitglieder deutlich stärker umtreibt als vor einem Jahr - diese Erfahrung macht der Landesverband unter anderem beim entsprechenden Seminarangebot. Eine Frage, die Verlage für sich klären müssen, ist die Preisbildung. Reinhold Joppich, Vertriebsleiter von Kiepenheuer & Witsch und im Vorstand des Landesverbands, kündigte an, dass die Holtzbrinck-Verlage mit ihren E-Books im Herbst an den Start gehen wollen - und die digitalen Titel zum selben Preis anbieten werden wie die gedruckten Bücher.
Der Landesverband NRW hat zur Zeit knapp 1400 Mitglieder. Erfreulich: Die 56 Neugründungen, die es 2008 gab. Trotzdem sinkt die Zahl der Verbandsmitglieder im Schnitt um 40 Unternehmen pro Jahr. Der Konzentrationsprozess sei in Nordrhein-Westfalen besonders ausgeprägt, so Könemanns Bilanz: "Sogar in kleinen Städten wie Neheim-Hüsten und Soest findet sich heute eine der großen Ketten - während Sie durch weite Teile von Baden-Württemberg fahren können, ohne auf einen einzigen Filialisten zu treffen."