Lübbe macht die Bücher teurer. Endlich! Seit Jahren stagnieren die Ladenpreise für dieses ohnehin relativ günstige Unterhaltungsmedium. Während die Kosten weiter stiegen, schmolzen die Margen für alle Beteiligten des Handels ab. Das kann man, wie Branchenprimus Joerg Pfuhl gerade im »Buchreport« zu bedenken gab, dauerhaft nicht mit Kostenoptimierung ausgleichen.
Niemand hat sich bislang an die starren Preisgrenzen herangetraut. Das, was nichts anderes ist als eine soziale Konstruktion, wurde in kollektiver Angst vor der eigenen Courage für eine Naturkonstante gehalten. Keine so billige Verwechslung. Erst Kostendruck führt nun, nach einer Phase des Umdenkens, zu neuem Verhalten. Mag sein, dass hier der Mut der Verzweiflung sichtbar wird. Aber immerhin Mut.
Für den neuen Dan Brown sollen die Fans 24,99 Euro geben, satte fünf Euro mehr als gewohnt. Wetten, sie werden es ohne Murren tun und »Das verlorene Symbol« dennoch kaufen? Sucht bleibt Sucht.
Souverän wäre eine »25 Euro«-Ansage. Doch der Gauklerkunst des Odd-Pricing wird nach wie vor viel zugetraut, leider – bis ein nächster Verlag das Experiment wagt. Dann könnte die Entrümpelung der Eckpreislagen beginnen. 0,99: bald ein weiteres »lost symbol«?