Die beiden Sieger gingen aus einem Lese-Wettstreit unter acht Bezirkssieger/innen hervor, den der Börsenverein, Landesverband Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Landtag von Baden-Württemberg und dem Thienemann Verlag Stuttgart veranstaltete. Austragungsort war der Landtag selbst – Minister Peter Frankenberg gratulierte den Siegern.
Luisa Rank vom Droste-Huelshoff-Gymnasium in Rottweil (Gruppe Realschulen/Gymnasien) überzeugte die fünfköpfige Jury mit einem Text aus „Die unendliche Geschichte“ von Michael Ende; Yusuf Sis von der Talschule in Weingarten (Gruppe Hauptschulen) konnte mit einer Passage aus dem Buch „Hui Buh, das Schlossgespenst“ von Dirk Ahner die entscheidenden Punkte holen. Ihre hervorragende Lesetechnik bewiesen die Kinder außerdem an einem zuvor unbekannten Text aus dem neuesten Paula-Pepper-Krimi „Die schwarze Bucht“ von Sabine Blazy. Die Thienemann-Autorin nahm selbst als Jurymitglied am Wettbewerb teil und zeigte sich begeistert von den Interpretationen ihres Textes. Alle Teilnehmer erhielten anschließend das Buch als Geschenk vom Thienemann Verlag, um die Lektüre zu Hause fortsetzen zu können. Weitere Jurymitglieder waren Sylvia Braun, Landessiegerin des Jahres 1959, der Landessieger des Vorjahres Carlo Brauch, die stellvertretende Landtagspräsidentin Christa Vossschulte und Cornelius Kieser, Vorsitzender des Sortimenter-Ausschusses des Börsenvereins Baden-Württemberg.
Zum bayerischen Landesentscheid des 50. Vorlesewettbewerbs versammelten sich gestern sechzehn Sechstklässler aus ganz Bayern im Funkhaus des Bayerischen Rundfunks in München. Dort stellten sie ihr Können unter Beweis. Der Landesverband Bayern des Börsenvereins lud gemeinsam mit radioMikro, der Kindersendung auf Bayern2, dazu ein.
In zwei Gruppen traten die 12 Schülerinnen und 4 Schüler – jeweils acht von ihnen in der Gruppe der Hauptschulen und acht in der Gruppe der Gymnasien – gegeneinander an, um sich für das Finale in Berlin zu qualifizieren. Den Landesentscheid haben sie erreicht, indem sie zuvor Schul-, Stadt-, Kreis- und anschließend Bezirksentscheide gewonnen haben.
Vorgelesen wurde in zwei Etappen: Jedes der Kinder präsentierte zunächst einen selbst vorbereiteten Text. Besonders spannend wurde es dann im zweiten Teil des Wettbewerbs, als die Kinder einen Pflichttext meistern mussten. Der bekannte Kinderbuchautor Paul Maar kam dafür mit seinem Buch „Wiedersehen mit Herrn Bello“ (Oetinger) zum Vorlesewettbewerb.
Die Entscheidung über die besten Vorleser Bayerns traf eine unabhängige Jury, die im Jubiläumsjahr hochkarätig besetzt war: 50 Jahre ist es zum Beispiel her, dass Maria Evers den ersten bayerischen Landesentscheid 1959 gewonnen hat. Neben Maria Evers bewerteten ein Dramaturg, eine Hörbuchlektorin, zwei Bibliothekarinnen, ein Autor, eine Hörfunkredakteurin und die beiden Vorjahressieger Textverständnis und Lesetechnik.
Die Wahl der Jury fiel in der Gruppe der Hauptschulen auf Tobias Möhringer aus Fremdingen (Volksschule Oettingen in Bayern). Aus der Gruppe der Gymnasien wird Clemens Pittrof aus Eichstätt (Gabrieli-Gymnasium) am Bundesentscheid teilnehmen. Beide konnten die Jury sowohl mit ihrem vorbereiten Text als auch mit dem unbekannten Text überzeugen.