Pech hatte später Neu-Suhrkampautorin Judith Schalansky. Bei ihrer Lesung war es doch schon merklich kühler geworden und die Lust am Zuhören eingefroren. Ein einsamer Leser hielt es trotzdem lange auf einem kleinen Ruderboot aus, das auf dem Wannsee ankerte – doch er war auch eigens engagiert worden.
Berkéwicz und Cheflektor Raimund Fellinger zitierten in ihren Jubiläums-Reden mit Emphase die fernere Vergangenheit und also auch die früheren Verleger, Siegfried Unseld und Peter Suhrkamp. Unabhängig bleiben, keine Beliebigkeit, dem Publikum Werte aufdrängen, die es nicht haben will – diesen Unseldschen Leitgedanken wolle der Verlag weiter folgen. Anzufügen wäre gewesen, dass das nicht leichter geworden ist. Umzug und Berliner Neuanfang blieben ohnehin ausgespart.
Nur am Rande der offiziellen Reden kamen sie zur Sprache. Mitgesellschafter Hans Barlach, der bei Berkéwiczs Rede zwar in der ersten Reihe saß, von ihr aber ignoriert wurde und sich wohl auch später recht einsam fühlte, erzählte, dass er nicht recht wisse, ob sich das Berlin-Experiment für den Verlag auszahle. „Tore sind noch keine geschossen worden.“ Immerhin: das alte Frankfurter Verlagshaus in der Lindenstraße, sagte er, ist gerade verkauft worden. Der Preis sei ordentlich.
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