Frankfurter Buchmesse

Verlegerreise nach Shanghai

31. August 2010
Redaktion Börsenblatt
Eine Verlegerreise (24. – 27. August) nach Shanghai hatte zum Ziel, den Austausch zwischen Vorreitern der digitalen Verlagsbranche in China und anderen Ländern zu ermöglichen. Insgesamt nahmen 30 Personen aus u.a. Deutschland, den USA und China an der von der Frankfurter Buchmesse in Kooperation mit dem Goethe-Institut Shanghai organisierten Reise teil.
Anlass der Reise war die Weltausstellung Expo 2010 in Shanghai (noch bis 31.10.2010) sowie die im Anschluss stattfindende Internationale Buchmesse in Peking (30.8. – 3.9.). „Wir lernen hier eine ganz neue Zielgruppe für unsere Arbeit in Frankfurt und in China verstehen. Die Verlagswelt verändert sich hier vielleicht noch stärker und schneller als im Westen. Und wir möchten diese Welt auch nach Frankfurt bringen“, so Claudia Kaiser, Geschäftsleitung Business Development der Frankfurter Buchmesse.

Auf dem Programm standen Produktpräsentationen, Vorträge über den chinesischen Markt, Firmenbesichtigungen und viele Networking Events. Insgesamt stellten 24 Sprecher die Lage des E-Publishing in China vor. Darunter waren u.a. Fu Chengzhou von China Mobile, Hou Xiaoqiang, CEO von Shanda Literature , der wichtigsten Plattform für chinesische Online-Literatur, sowie Ray Zhang, Chief Strategist von Hanvon Technology, dem größten E-Reader Hersteller in China. Den Teilnehmern wurde schnell deutlich, dass der digitale Markt in China anders funktioniert als im Westen: So gibt es zahlreiche verschiedene E-Reader auf dem Markt, die nur selten miteinander kompatibel sind. Auch das Pricing für E-Books wird in China anders gehandelt: Produkte werden zur Zeit ihrer Markteinführung sehr billig angeboten. Der massenhafte Zugriff soll die entsprechenden Margen garantieren.
 
Zum Thema Digital Publishing wies Luc Kwanten, CEO der Literaturagentur Big Apple, darauf hin, dass mit digitalen Inhalten eine spezielle Zielgruppe bedient wird: Junge Leute, welche die im Vergleich zum gebundenen Buch günstigen Preise schätzen. Digitale Rechte für ein Buch verkauft Luc Kwanten nur, wenn das traditionelle Buch mindestens ein Jahr auf dem Markt ist. Neben den niedrigen Preisen sieht er auch in der zunehmenden Netzpiraterie eine Gefahr für das Digital Publishing.  
 
Die Teilnehmer der Shanghai-Reise zogen ein positives Fazit: „Die Sprecher, Seminare und Besuche boten einen exzellenten Themen-Mix. Da steckte sehr viel Professionalität drin. Und Alles war perfekt organisiert“, so Emma House, International and Trade Director, Publishers Association. „Eine erfolgreiche Geschäftsreise! Die vielen Informationen wurden sehr ausgewogen zwischen Kurzabriss und Detail-Analyse vermittelt“, meinte Susanne Pfeiffer, Director of Foreign Rights and Co-Edition Sales, Ravensburger Buchverlag.
 
Wer sich für Digital und Mobile Publishing in China interessiert kann auf der Frankfurter Buchmesse mit Konferenzteilnehmern der Shanghai-Reise sprechen: Die Veranstaltung "China Digital and Mobile Publishing" findet am 7. Oktober von 11.00 bis 12.00 Uhr in der Clients Lounge in Halle 6.0 (E 917) statt.