Auch im Buchgeschäft konnten sich die Abschlüsse sehen lassen: Max Erbe, Head of International Sales für h.f.ullmann, unterschrieb bereits während der Messe für ein Paket aus mehreren Kunst- und Architekturtiteln einen Vertrag mit China Railway Publishing House – Erbe zufolge ging es bei dem Deal um Lizenzeinnahmen im fünfstelligen Bereich.
Maria Pinto-Peuckmann, die inzwischen auch die Bücher des Finanzbuch-Verlags im Programm hat, berichtete über das große Interesse an Einsteiger-Titeln zu den Segmenten Finanzen, Investment, Trading: Die Lizenzen für „Geheime Goldpolitik“ (Dimitri Speck) und „Die Inflation kommt!“ (von Stefan Riße) seien schnell weg gewesen, sagt sie. Bernd Tretow vom Bank-Verlag, der zum dritten Mal an der BIBF teilnahm, konnte mit dem Titel „Private Equity“ (von Matthias Gündel und Björn Katzorke) ins Geschäft kommen.
Gemeinschaftsstand mit 23 Teilnehmern
23 deutsche Verlage präsentierten sich in diesem Jahr am Gemeinschaftsstand der Frankfurter Buchmesse, darunter Cornelsen, Tessloff und Wissenmedia. Zum ersten Mal als Aussteller dabei waren Margarita Wolf von Vandenhoeck & Ruprecht und Axel Kopido vom Felix Meiner Verlag, die durch einen Hinweis auf der Webseite und professionelle chinesische Werbematerialien eine gute Startbasis für Gespräche hatten.
Durch den Gastlandauftritt Chinas im vergangenen Jahr in Frankfurt war der „Verlag der Islam“ auf die BIBF aufmerksam geworden. Er hat etwa 15 chinesischsprachige Bücher im Programm, u.a. eine arabisch-chinesische wissenschaftliche Ausgabe des Koran.
Lizenzgeschäft deutlich im Plus
Auch am Stand von Himmer Winco präsentierten sich wieder deutsche Verlage, und Hongjun Cai von der Agentur Hercules kann bereits jetzt für dieses Jahr mit Rekordzahlen aufwarten. Bis jetzt habe er 297 Titel verkauft und fünfzig weitere Verträge seien aufgestellt, der größte Anteil fiel dabei auf Kinder- und Bilderbücher.
Dass das Lizenzgeschäft diesmal auch ingesamt besser lief, zeigt ein Blick auf die heute veröffentlichten offiziellen Zahlen: Laut Veranstalter wurden in den vergangenen fünf Tagen 2.379 Verträge unterzeichnet – das sind knapp 20 Prozent mehr als im Vorjahr.
Die Besucherzahlen auf der Messe ließen hingegen zu wünschen übrig, vor allem was die chinesische Halle anging (offizielle Angaben fehlen noch). Die Aufbruchstimmung der letzten Jahre – sowohl auf der Messe als auch in den chinesischen Verlagen – sei einer gewissen Normalität gewichen, kommentierte Holger Behm von Cornelsen die ungewohnte Leere.
Deren Mitarbeiter stehen unter Erfolgsdruck – dies gilt insbesondere für die bisher staatlichen, den Ministerien angegliederten Verlage, die in eigenständige Unternehmen umgewandelt wurden. Für die Universitätsverlage hat sich hingegen bisher kaum etwas geändert, außer dem Namen: So firmiert FLTRP zum Beispiel seit Mitte August nicht mehr als Foreign Language Teaching and Research Press, sondern als Publishing Corporation Limited.