Börsenverein / Landesverbände

Effizienzkriterien für ehrenamtliche Arbeit

13. April 2011
Redaktion Börsenblatt
Selbstständig bleiben oder mit dem Börsenverein fusionieren? Die unterschiedlichen Positionen werden derzeit auf boersenblatt.net in offenen Briefen ausgetragen. Heute antwortet Fusions-Befürworter Hermann-Arndt Riethmüller auf den offenen Brief der Vorsitzenden der Landesverbände, die die Eigenständigkeit bewahren wollen:

Der Brief im Wortlaut: 

Liebe Kollegen, liebe Landesfürsten, 

ein Gespenst geht um im Börsenverein - das Gespenst der Fusion. Und Sie alle haben sich vereint, um dieses Gespenst zu vertreiben. Dafür bin ich Ihnen sehr dankbar, weil Sie mit Ihrem offenen Brief  eindrucksvoll die These unterstützen: Wir sind  e i n  Verband! Denn wenn wir das nicht wären, müssten wir Baden-Württemberger uns vielleicht etwas darüber wundern, dass Sie von außen versuchen, auf unsere Entscheidungen Einfluss zu nehmen. Sie haben es doch wunderschön formuliert: "Bundesverband und Landesverbände sind und bleiben nach wie vor eigenständige und selbständige Teile des Gesamtvereins, bis die jeweiligen Mitglieder etwas anderes entscheiden." Ob im übrigen die Forderung, ehrenamtliche Arbeit auch an Effizienzkriterien zu messen, also an Ergebnis und Kosten, bereits ein Sakrileg darstellt, sollten und müssen nicht die Inhaber von Ehrenämtern entscheiden, sondern immer wieder die Mitglieder, für die das Ehrenamt tätig ist.

Mit Recht machen Sie darauf aufmerksam, dass es in Baden-Württemberg, im Gegensatz zu Nordrhein-Westfalen, nicht der Vorstand ist, der sich mit Reformideen hervor tut. Es ist allerdings nicht die "Osiandersche Buchhandlung", die analog zum "Landesverband NRW" den Prozess der Verschmelzung in Baden-Württemberg "einleiten" will - hinter dem Antrag, das hat schon die letztjährige Hauptversammlung gezeigt, stehen sehr viele andere Unternehmen aus Baden-Württemberg, Verlage wie Buchhandlungen, große wie kleine Firmen, Unternehmen aus Stuttgart, Freiburg und aus kleineren Orten. Die Mitglieder unseres Landesverbandes sind durchaus in der Lage, sich unabhängig sowohl von Landesfürsten wie von einzelnen Firmen ihr eigenes Urteil zu bilden.