Bilanz des Literaturfests Meißen

"Die Stadt voller Leute mit Büchern unterm Arm"

16. Juni 2026
Redaktion Börsenblatt

Drei Tage, 263 Lesungen und ein Förderpreis: Das 17. Literaturfest Meißen hat einiges in der ganzen Stadt geboten. "An jeder Ecke wird geblättert, gelesen und gelauscht", resümierte Veranstalter Daniel Bahrmann.

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Veranstalter Daniel Bahrmann zieht in der Mitteilung eine positive Bilanz: "Es ist so schön, die Stadt voller Leute mit Büchern unterm Arm zu erleben. An jeder Ecke wird geblättert, gelesen und gelauscht. Auch bei wechselhaftem Wetter konnten alle Lesungen wie geplant stattfinden, dank Pavillons, gut vorbereiteter Ausweichorte und unseres flexiblen Aufbauteams."

An 54 Orten wurde gelesen

Vom 12. bis 14. Juni hatte sich Meißen unter dem Motto "Lesen und lesen lassen" zum 17. Mal in Deutschlands größtes eintrittsfreies Open-Air-Lesefest verwandelt. Von 263 Programmpunkten waren genau 115 Autor:innenlesungen mit 58 Autorinnen und 57 Autoren – insgesamt 242 Mitwirkende. 51 Lesungen richteten sich gezielt an Kinder und Jugendliche. Neben den fünf Hauptbühnen (Marktplatz, Heinrichsplatz, Theaterplatz, Interkulturelle Bühne an der Roten Schule und Tuchmachertor) waren 48 weitere Leseorte der Programmpartner dabei – insgesamt 54 Orte, an denen gleichzeitig gelesen wurde.

Höhepunkte, die im Gedächtnis bleiben

Bei so vielen Veranstaltungen sei es schwer, so die Veranstalter, einzelne Momente herauszugreifen – aber einige hätten besonders beeindruckt. Ein bewegender Abend im historischen Ratssaal: Irina Scherbakowa sprach mit dem Publikum über aktuelle Entwicklungen in Osteuropa – ernst, stark und schön zugleich. Auf der Krimibühne am Theaterplatz sorgten Romy Fölck, Maren Schwarz, Peter Grandl und weitere für Spannung und Gänsehaut. Am Heinrichsplatz verwandelte sich der Markt der unabhängigen Verlage wieder in einen Treffpunkt der Literaturszene, mit Ständen und Lesungen von 13 Verlagen aus Mitteldeutschland, Berlin und Bayern – am Sonntag ergänzt durch den Katapult Verlag.

Für die ganze Familie gab es auf der Kinderbühne am Tuchmachertor ein umfangreiches Programm: Autorinnen und Autoren lasen aus ihren eigenen Büchern, Kinder aus der Triebischtalschule, dem Landesgymnasium Sankt Afra und einer Weinböhlaer Kita trauten sich selbst auf die Bühne. Ein besonderes Jubiläum feierten die Meißner Pfadfinder: Mit zehn Lesungen begingen sie ihr 25-jähriges Bestehen in ihrem neuen Baumhaus in der Weinberggasse.

Maria Fagerlund (Programmleitung), Daniel Bahrmann (Festivalleiter), Nils Müller, Anna Zepnick, Anja Weidemann (Rotary Club) v.l.n.r.

Maria Fagerlund (Programmleitung), Daniel Bahrmann (Festivalleiter), Nils Müller,
Anna Zepnick, Anja Weidemann (Rotary Club) v.l.n.r.

Zum Abschluss der Literaturfest-Förderpreis

Den krönenden Abschluss des Literaturfests bildete auch in diesem Jahr wieder die Verleihung des Literaturfest-Preises. Seit 2019 habe man dank der Förderung des Rotary Clubs Meißen die Möglichkeit, als Höhepunkt jedes Festes einen Preis zu verleihen. Das Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro wird auf zwei Bücher aufgeteilt, die die Veranstalter während der Vorbereitungen besonders angesprochen haben. In diesem Jahr wurden Anna Zepnick für ihren Lyrikband "rabensingen" (Poetenladen Leipzig) und Nils Müller für sein poetisches Prosawerk "Zwei Hand breit oder Die Mutter des Malers, ruhend" (Edition Kronzeugen) ausgezeichnet. Der Preis stehe im Zeichen der Nachwuchs- und Talentförderung. 

Das nächste Literaturfest Meißen findet vom 11. bis 13. Juni 2027 statt.

Weitere Infos: www.meissener-kulturverein.de / www.literaturfest-meissen.de