Auszeichnungen

Grimmelshausen-Preis für Peter Kurzeck

3. Juni 2011
Redaktion Börsenblatt
Für sein Werk "Vorabend" (Stroemfeld Verlag) erhält der Schriftsteller Peter Kurzeck den Grimmelshausen-Preis. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wird seit 1993 alle zwei Jahre von den Städten Gelnhausen und Renchen in Baden-Württemberg sowie den beiden Landesregierungen vergeben.

In "Vorabend" schreibt Kurzeck auf über 1.000 Seiten die Geschichte der Bundesrepublik in der Nachkriegszeit fort. Das Buch spielt unter anderem in Kurzecks Heimat in Oberhessen und in Frankfurt.

Der 67-jährige Kurzeck will in seinem Buch "die ganze Gegend erzählen, die Zeit", heißt es in der Begründung der Jury. Dies gelinge ihm dank einer Fülle von Personen und Orten, Geschichten und Motiven und dank seiner "zauberischen Erzählkunst", so die Mitteilung der Stadtverwaltung Gelnhausen vom heutigen Freitag.

Der Grimmelshausen-Preis würdigt Autoren, die einen Beitrag zur künstlerischen Auseinandersetzung mit der Zeitgeschichte geleistet haben. Die Auszeichnung erinnert an den aus Gelnhausen stammenden Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen (um 1622 bis 1676), der mit seinem im Dreißigjährigen Krieg spielenden Schelmenroman "Simplicissimus" berühmt wurde. Grimmelshausen starb in Renchen. Zu den bisherigen Grimmelshausen-Preisträgern gehören Ruth Klüger, Robert Menasse, Adolf Muschg, Dieter Forte, Feridun Zaimoglu und Reinhard Jirgl.

Der Förderpreis (2.500 Euro) geht an die in Berlin lebende 28-jährige Autorin Annika Scheffel für ihren Debütroman "Ben" (Kookbooks Verlag) - ein modernes, anrührendes, zugleich tragisches und skurriles Märchen über die Liebe, das Leben und den Tod mit Mut zur Phantasie und Sprachwitz", meint die Jury. Die Preise sollen im Herbst in Gelnhausen verliehen werden.