Man wolle sich künftig auf medizinische Fachinformationen und Lösungen für den klinischen Alltag konzentrieren – und dies weltweit, sagte McKinstry vor Pressevertretern. Unter der Überschrift "The next frontier" stellte die Wolters Kluwer-Chefin ihre strategischen Ziele für die nächsten fünf Jahre vor, die "mehr Dynamik auslösen werden als die 175 Jahre seit der Gründung des Verlags". Die Kunden würden Lösungen benötigen, die aus der wachsenden Informationsflut das notwendige Praxiswissen herausfiltern, mit dem sie in ihrer beruflichen Umgebung produktiv werden könnten.
Dass damit angesichts der zunehmenden Verbreitung von Tablet PCs vor allem mobile Lösungen verlangt werden, machte Andrew Richardson (Vice President Business Development and General Manager, Europe, Wolters Kluwer Health Medical Research) in seinem Beitrag klar. Es gehe darum, die wissenschaftliche Information an den "Praxispunkt" in den klinischen Alltag zu bringen – keine einfache Aufgabe, wenn man weiß, dass es 26.500 Fachzeitschriften aus 2.000 Verlagshäusern gibt. Die praxisrelevante Information müsse für mobile Anwendungen aufbereitet werden. Richardson nannte in diesem Zusammenhang eine interessante Prognose: Demnach planen vier von fünf US-Ärzten, sich demnächst ein iPad zuzulegen.
Finanzchef Boudewijn Beerkens hob das beschleunigte Wachstum der elektronischen Produkte von Wolters Kluwer hervor: 72 Prozent des Umsatzes würden inzwischen mit Online-Produkten (zum Beispiel Datenbanken), Software und Services gemacht – zwei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Mit dem Umsatz hat sich bei Wolters Kluwer auch das Ergebnis verbessert: das EBITA (Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen) stiegt im ersten Halbjahr um drei Prozent auf 325 Millionen Euro.