Wie unter anderen das "Wall Street Journal" meldet, habe das Unternehmen die Geldbuße akzeptiert. Grund für die Sanktion des SFO seien Bestechungsgelder gewesen, die die Bildungssparte von Macmillan Publishers – Macmillan Education – in West- und Ostafrika gezahlt habe, um sich Verträge für Schulbuchlieferungen zu sichern, die im Rahmen eines von der Weltbank finanzierten Förderprogramms in mehreren afrikanischen Staaten erfolgen sollten. Die Höhe der Strafsumme bemesse sich laut "Independent" an den Summen, die Macmillan durch ungesetzliches Handeln innerhalb seiner Bildungssparte (Education Division) in West- und Ostafrika erhalten habe.
Die Weltbank hatte vor einiger Zeit mit Ermittlungen begonnen, nachdem sie von Bestechungsversuchen Kenntnis erhalten hatte. Macmillan gab daraufhin selbst eine unabhängige Untersuchung in Auftrag, die die geschäftlichen Aktivitäten der Bildungssparte in Ruanda, Uganda und Sambia in den Jahren 2002 bis 2009 unter die Lupe nehmen sollte, so der Bericht des "Independent".
Annette Thomas, CEO von Macmillan Publishers Ltd., bedauerte den Vorfall und gab laut "Independent" und "Wall Street Journal" an, man werde in keiner Weise mögliches ungesetzliches Handeln dulden. Das "Wall Street Journal" zitiert Thomas mit den Worten: "Glücklicherweise hat sich herausgestellt, dass diese Vorfälle auf einen begrenzten Teil unseres Bildungsgeschäfts in Ost- und Westafrika beschränkt waren. Das Unternehmen bedauert zutiefst, was passiert ist, aber hat aus dieser Erfahrung gelernt und ist daraus als Organisation gestärkt hervorgegangen." (Übers. d. Red.)
Update 15.20 h: Wie das Unternehmen auf seiner Website meldet, habe man selbst im März 2010 das SFO darüber informiert, dass es einen (allerdings vergeblichen) Bestechungsversuch in einer Abteilung des Bildungsbereichs Macmillan Education in Afrika gegeben habe. Dabei sei es um einen Vertrag für Südsudan gegangen.
Macmillan erklärte auf Anfrage von boersenblatt.net, dass der Schmiergeldfall bisher einzigartig in der Unternehmensgeschichte gewesen sei. Man arbeite mit den denkbar härtesten Antikorruptions-Richtlinien – dies schließe auch den Einsatz eines unabhängigen Beobachters ein, der gutes Verhalten und Disziplin in allen Angelegenheiten sicherstellt.