Wie genau definieren Sie Ihre Zielgruppe?
Wir haben zwei Zielgruppen: Erstens, Autoren, die noch keinen Verlag gefunden haben und auf der Suche nach einem seriösen Haus sind. Zweitens solche, die bereits in einem Verlag veröffentlicht haben, aber sich noch nicht richtig durchsetzen konnten auf dem Buchmarkt.
Richten sie sich primär an freie Autoren und Autoren aus Selfpublishing-Verlagen?
Nein, auf keinen Fall. Wir richten uns an alle und differenzieren unsere Seminare auch danach, wer bereits veröffentlicht hat und wer nicht. Wir schließen Autoren, die selbst veröffentlichen wollen aber auch nicht aus. Es muss und kann nicht jeder in einem namenhaften Verlag veröffentlichen. Wir verstehen uns auch als Partner der Verlage, und ich bin überzeugt davon, dass die Verlage auch in absehbarer Zukunft eine wichtige Rolle spielen werden. Dort ist das Wissen, dort ist die verlegerische Kompetenz. Dass einzelne sich auch ohne Verlag durchsetzen können, widerspricht dem nicht. Wie war es denn bisher? Fast jeder Programmmacher hat schon einmal einen Autor abgewiesen, der dann anderswo einen Bestseller landete.
Sie bieten ihr Programm aber auch als "Service für Verlage" an?
Ja, unbedingt. Wir bieten Verlagen maßgeschneiderte Weiterbildungsmöglichkeiten für ihre Autoren an, zum Beispiel PR-und Lesetrainings, Social-Media-Crash-Kurse und so weiter. Das aktive Selbstmarketing wird für Autoren immer wichtiger. Verlage leisten sehr viel, aber sie können nicht für jeden ihrer Schriftsteller alles tun, was möglich ist. Es gibt schon zahlreiche gute Beispiele für erfolgreiches Selbstmarketing – stets in guter Abstimmung mit den Verlagen. Die seriösen Verlage sind unsere Partner, das ist uns sehr wichtig. Wir werben ja auch in der Akademie um Verständnis dafür, was Verlage leisten können und was nicht.
Welche Gründe gibt es für Verlage die Autorenschulung/ -betreuung "outzusourcen"?
Wie wir - die Gründer und Dozenten der Akademie - aus eigener Erfahrung wissen, tun Verlage alles, was Ihnen möglich ist für ihre Autoren, doch – wie bereits geschildert – können sie eben nicht für jeden Autor die gleiche große Werbekampagne machen, eine Lesereise organisieren oder Social-Media-Aktivitäten in die Wege leiten. Jedes Thema und jeder Autor benötigt differenzierte PR- und Marketingstrategien. Letzteres wird zunehmend wichtiger. Hier schließen wir mit unserem Angebot eine Lücke.
Wir vergeben keine „Schriftstellerdiplome“. Und wir werden angehenden Autoren immer ein ehrliches Feedback geben, sie gleichwohl aber nicht entmutigen. Sie erhalten aber selbstverständlich ein Zertifikat über die Teilnahme am Kurs.
Was war die größte Herausforderung in der Vorbereitungsphase?
Sicher gehörte dazu die Entscheidung, Kulturförderung in Anspruch zu nehmen oder nicht, einen gemeinnützigen Verein zu gründen oder nicht. Der Vorteil, den ich als privatwirtschaftliche Unternehmerin habe: Niemand redet mir in das Programm hinein, ich bin schneller und flexibler ohne Entscheidergremium, finanziell unabhängig. Unsere Kurse liegen im mittleren Preissegment. Für viele mögen sie eine deutliche Investition sein, doch das sind die Kurse auch wert. Unsere Dozentinnen und Dozenten sind hoch qualifiziert.
Sie sind zu zweit: das ist eine große Herausforderung. Wollen Sie wachsen - in welchem Zeitraum und Ausmaß? Was sind die nächsten großen Schritte?
Die Zusammenarbeit mit Bruno C. Back ist wunderbar und bereichernd. Selbstverständlich haben wir weitere Schritte schon geplant und werden unser Angebot kontinuierlich weiter ausbauen. Aber darüber möchte ich heute noch nichts verraten.