Das hat die Jury unter dem Vorsitz von LWL-Direktor Wolfgang Kirsch entschieden, wie der LWL mitteilte. Der Verband verleiht seinen "Westfälischen Literaturpreis" seit 1953 alle zwei Jahre im Wechsel mit dem "Konrad-von-Soest-Preis" (Kunst) und dem "Hans-Werner-Henze-Preis" (Musik).
"Der Autorin gelingt es auf beeindruckende Weise, Körper und Körperlichkeit in den literarischen Raum zu übertragen und lebendig werden zu lassen: Kuckart inszeniert ihre literarischen Welten. Durch einen häufig szenischen Schreibstil und eine pointierte Sinnlichkeit in ihren Texten evoziert sie Bilder im Kopf des Lesers. Sie beschreibt das Große im Kleinen und umgekehrt", heißt es in der Begründung der Jury. Inhaltlich verstehe sie es, historisch und politisch gewichtige Themen durch fein gezeichnete Figurenkonstellationen auf außergewöhnliche und beeindruckende Weise für den Leser konkret und erfahrbar werden zu lassen. "Judith Kuckarts innovativer und originärer Schreibstil hat die zeitgenössische Literatur mit ungewöhnlichen und unverzichtbaren Impulsen bereichert", so die Jury weiter.
Judith Kuckart (geb. 1957 in Schwelm) studierte Literatur- und Theaterwissenschaften in Köln und Berlin. Seit 1998 arbeitet sie als freie Regisseurin und Autorin in Berlin und Zürich. Mit ihrem ersten Roman "Wahl der Waffen" (1990; S. Fischer) wurde sie als Schriftstellerin bekannt. Zuletzt erschienen "Kaiserstraße" (2006; DuMont) und "Die Verdächtige" (2008; DuMont). Daneben verfasst sie Theaterstücke und Hörspiele. Für ihre Arbeiten wurde Judith Kuckart mit zahlreichen Stipendien und Auszeichnungen geehrt.
Die Preisverleihung findet Ende des Jahres im Museum für Westfälische Literatur im Kulturgut Haus Nottbeck in Oelde (Kreis Warendorf) statt.
Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis an Judith Kuckart
6. Juli 2015
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) verleiht seinen mit 12.800 Euro dotierten "Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis" in diesem Jahr an die Erzählerin und Theaterautorin Judith Kuckart.