Auszeichnungen

"Welt"-Literaturpreis für Zeruya Shalev

6. Juli 2015
Redaktion Börsenblatt
Die israelische Schriftstellerin Zeruya Shalev erhält für ihr literarisches Gesamtwerk den "Welt"-Literaturpreis 2012. Der Preis wird am 9. November im Rahmen eines Festaktes im Berliner Axel-Springer-Haus überreicht.

In der Begründung der Jury heißt es der Pressemitteilung zufolge: "Die Prosa von Zeruya Shalev zeichnet sich aus durch große sprachliche Magie, die mit der Atemlosigkeit eines wahren Erzählgewitters auf den Leser heruntergeht. In mehreren Romanen hat sich Zeruya Shalev vor allem mit der Dynamik der modernen Familie beschäftigt, ihr Zerbrechen geschildert und das Suchen nach neuen Formen. Vor allem mit dem jüngsten Roman 'Für den Rest des Lebens' rückt sie auch auf bewegende Weise die Veränderungen des israelischen Staates von der Gründung bis heute in den Blick: über vier Generationen hinweg spannt sich hier ein Bogen, der kritisch, aber voller Einfühlung und Verständnis den status quo eines Landes fixiert, das mit demokratischen Mitteln einer Vielfalt von Bedrohungen widersteht."

Zeruya Shalev wurde am 13. April 1959 im Kibbuz Kinneret am See Genezareth in Galiläa, Israel, geboren und wuchs in dem Dorf Bet Berl auf. Nach einem Studium der Bibelwissenschaften an der Hebräischen Universität Jerusalem arbeitete sie als Verlagslektorin und freie Schriftstellerin. Heute lebt sie mit ihrer Familie in Jerusalem. Ihre Hauptwerke, mittlerweile in 22 Sprachen übersetzt, sind die Romane "Liebesleben" (2000), "Mann und Frau" (2002), "Späte Familie" (2005) und "Für den Rest des Lebens" (2012) - alle auf Deutsch bei Bloomsbury erschienen.

Zeruya Shalev ist die vierzehnte "Welt"-Literaturpreisträgerin. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis der Zeitung "Die Welt" erinnert an Willy Haas, der 1925 "Die literarische Welt" gründete. Ausgezeichnet werden ein einzelnes Buch oder ein Gesamtwerk.

Hier geht es zu einem Beitrag über die Preisträgerin in der "Welt".