KrimiZeit-Bestenliste März

Texas-Krimi "Dunkle Gewässer" – bester Neueinsteiger

23. Juli 2015
Redaktion Börsenblatt
Die Jury der KrimiZeit-Bestenliste hat Reginald Hill mit "Rache verjährt nicht" (Suhrkamp) im März erneut auf den ersten Platz gesetzt. Als bester Neueinsteiger folgt danach Joe R. Lansdale mit "Dunkle Gewässer" (Tropen).

Lansdale schildert in "Dunkle Gewässer" die Flucht von drei Jugendlichen und einer Frau durch Texas zur Zeit der großen Depression. Dabei geht es um die Beute eines Raubüberfalls. Neu auf Platz 2 in der KrimiZeit-Bestenliste von März.

Der britische Autor Reginald Hill, gestorben 2012, schildert in seinem letzten Roman den Rachefeldzug seines Protagonisten Wolf Hadda. "In mehrstimmiger Durchführung erzählt er eine Abenteuer-, eine Liebes- und vor allem eine Geschichte von Identitätsfindung durch Rache – ein großes Spiel mit den Lesererwartungen," schreibt Tobias Gohlis, der Sprecher der KrimiZEIT-Bestenliste.

Die vier weiteren Neueinsteiger im März sind:

Platz 3: "Raylan" (Suhrkamp) von Elmore Leonard. Aus dem Englischen von Kirsten Risselmann. "US-Marshal Raylan Givens ist der Held der TV-Serie Justified, die aus einer Shortstory von Elmore Leonard entwickelt wurde. Leonard ist der Grandmaster der US-amerikanischen Kriminalschriftsteller. In diesem Roman, der lose drei Episoden aus Raylans dank sicherem Schussfinger und schnellem Reaktionsvermögen recht entspannt verlaufenen Abenteuern in den Bergbaugebieten Kentuckys verknüpft, demonstriert Leonard seine in 70 Schreibjahren erworbene Leichtigkeit, Schlagfertigkeit und Pointenkunst. Das witzigste Buch auf der Märzliste."

Platz 5: "Die Farbe der Nacht" (Liebeskind) von Madison Smartt Bell. Aus dem Englischen von Ulrike Wasel und Klaus Timmermann. "Wer zwei US-Traumata, die Morde der Manson-Family von 1969 und die Anschläge vom 11. September, narrativ  zusammenbringen will, braucht einen Protagonisten, der nicht ganz dicht ist. Mae, von Kindesbeinen an mit Gewalt aller Art konfrontiert und vertraut, sieht auf einem Video vom Einsturz der Twintowers ihre Geliebte wieder, mit der sie mit der Bande von 'O.' im Umkreis von Los Angeles metzelnd unterwegs war. Das reicht, um sie, die sich unsterblich wähnt, erneut auf die Blutfährte zu bringen."

Platz 6: "Der Mann aus dem Safe" (Droemer) von Steve Hamilton. Aus dem Englischen von Karin Diemerling. "Elegant konstruierter Roman um einen Jugendlichen, der Safes knacken, intensiv empfinden, aber nicht sprechen kann. Dämlicherweise verrät der Verlag im Klappentext den Ursprung seines Traumas. Was aber zum Glück Mikes Geschichte als Verbrecher aus Liebe kaum weniger spannend macht." 

Platz 9: "Milano Criminale" (Ullstein) von Paolo Roversi. Aus dem Italienischen von Esther Hansen. "Erkennbar bemüht, das Erfolgsmodell des in Italien Kult gewordenen Romanzo Criminale von Giancarlo de Cataldo zu kopieren, erzählt der Journalist Paolo Roversi die Karrieren zweier Kinder aus einem armen Viertel Mailands von 1958 bis Anfang der 70er Jahre und lässt dabei etliche spektakuläre Verbrechen und die Zeiten der Studentenbewegung Revue passieren, mitsamt Playlist der damals aktuellen Musiktitel."

Monatlich wählen achtzehn auf Kriminalliteratur spezialisierte Literaturkritiker aus Deutschland, Österreich und der Schweiz aus der Masse der Neuerscheinungen die zehn Titel, denen sie viele Leser wünschen.

Die komplette Liste finden Sie im Download unter dieser Meldung.