Malchow schildert in seinem Beitrag zunächst die Vielfalt und den Reichtum der deutschen Buch- und Literaturlandschaft, um dann die Risiken zu benennen, die sie bedrohen.
- Garant für dieses "Weltwunder" sei die Buchpreisbindung, die dafür sorge, dass Bücher überall – im kleinen Sortiment ebenso wie beim Online-Giganten – zum gleichen, festgelegten Ladenpreis verkauft werden müssen.
- Die Buchpreisbindung, die die meisten im Bundestag vertretenen Parteien unterstützen, habe aber mächtige Gegner: "aggressive Freihandelsfürsprecher in der EU-Kommission" sowie amerikanische Internetkonzerne, die die Preisbindung als "eine Art 'außertarifliches Handelshemmnis'" betrachten.
- Malchow vermisst ein eindeutiges Bekenntnis der Bundesregierung zur kulturellen Ausnahme bei den Verhandlungen und zugleich eine gesetzliche Klarstellung, die die Preisbindung für E-Books und den grenzüberschreitenden Verkauf verbindlich macht. In diesem Sinne hatte sich auch der Börsenverein Mitte Mai geäußert: "Die Buchpreisbindung sei nicht verhandelbar."
- Das E-Book ist in Malchows Analyse das Einfallstor für eine gravierende Marktverzerrung, an deren Ende der Verlust einer intakten Buchhandelsinfrastruktur stünde – bis hin zur "möglichen kulturellen und politischen Zensur". Bereits heute kontrolliere Amazon in Großbritannien 90 Prozent des E-Book-Markts, in Deutschland mehr als 40 Prozent.
Der Beitrag schließt mit dem Appell an die Bundesregierung, sich endlich des Themas anzunehmen und sich an die Seite Frankreichs zu stellen. Europa sei angeblich "mehr als eine Freihandelszone".