Amazon spielt in Wischenbarts Analyse „Global eBook Report Update Spring 2014“ eine besondere Rolle, sowohl als Unternehmen, das vielerorts den digitalen Markt beherrscht – als auch als Zugpferd. Für eine Vielzahl von Märkten (angefangen bei den USA bis nach Indien) fragt die Studie, ob der US-Händler vor Ort bereits Anker geworfen hat, welche Marktanteile er auf sich vereint, und wie weit die Nachfolger entfernt sind. Dabei zeigt sich einmal mehr: Auf globaler Ebene gibt es nach wie vor niemanden, der Amazon im digitalen Geschäft das Wasser reichen könnte. Die Kehrseite: Auf lokaler Ebene bekommt Amazon zusehends Konkurrenz – u.a. in Deutschland durch die Tolino-Allianz, in Frankreich durch Fnac und in China durch China Mobile.
Weitere Ergebnisse der internationale E-Book-Studie
- Das Geschäft bestimmen Bestseller großer Verlage und Verlagsgruppen. Hohe Erfolgsquoten erreichen jedoch nach wie vor auch Selfpublisher – aber nur ein sehr kleiner Kreis.
- In den USA und Großbritannien erreichen E-Books im Publikumssegment mittlerweile einen Marktanteil von mehr als 20 Prozent (die Wachstumskurve flacht, wie berichtet, jedoch zugleich ab). Hier schneidet auch Amazon erwartungsgemäß besonders gut ab – beherrscht jeweils rund Zweidrittel des Marktes (siehe Tabelle).
- Alle anderen Nationen, die die Studie in den Blick rückt, liegen vergleichsweise weit zurück - wobei Deutschland, die Niederlande und Spanien noch recht gut im Rennen sind: Deutschland und die Niederlande kommen auf einen E-Book-Marktanteil von etwa zehn Prozent, in Spanien liegt die Quote bei acht Prozent (siehe Tabelle).
- Amazon & Co. drängen zusehends in die sogenannten Emerging Markets vor.
- Der Studie zufolge zeigt sich gerade in den großen Buchmärkten, wie sehr das digitale Geschäft den Buchmarkt verändert - mit fatalen Folgen. Die Essenz: Während Amazon, Apple, Google überall zulegen könnten, kämen die großen Buchketten von einst ins Schleudern, etwa in den USA (Borders; Barnes & Noble), in Großbritannien (Borders), Frankreich (Fnac; Chapitre, Virgin), den Niederlanden (Polare) und auch in Deutschland (Thalia, Weltbild), so die Studie.
- Das Kennzeichnende an den Modellen von Amazon & Co.: Sie schaffen ein Ökosystem, das einen Kreis um Autor und Leser schließt – unabhängig von den bisher etablierten Strukturen.
Die Studie gibt zudem Einblick, wie das Thema Pricing in den verschiedenen Ländern diskutiert wird, listet seitenweise E-Book-Plattformen und Digitalverlage auf (mit Kurzporträt), informiert über den grenzüberschreitenden E-Book-Handel – und den Status quo in puncto Piracy.
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