Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik

Erweiterte Expertise

Zukünftig entscheidet eine erweiterte Jury aus sieben Expertinnen und Experten, wer den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik erhält. Neu in der Jury sind sind die Literaturwissenschaftlerin Alexandra Pontzen und die Literaturkritikerin Insa Wilke. 

Im Sommer 2017 war der Schriftsteller, Herausgeber und Journalist Peter Härtling, der viele Jahre der Jury angehörte, verstorben. Der nun neu zusammengesetzten und erweiterten Jury gehören neben Alexandra Pontzen und Insa Wilke an: die Programmreferentin des Münchner Literaturhauses Katrin Lange, der Geschäftsführer der Münchner Buchhandlung Lehmkuhl Michael Lemling, der Ehrenpräsident der Akademie für Sprache und Dichtung Klaus Reichert, der Verleger Klaus Schöffling und der Börsenblatt-Chefredakteur Torsten Casimir.

Alexandra Pontzen

Alexandra Pontzen © privat

Alexandra Pontzen studierte Germanistik, Romanistik und Erziehungswissenschaft an den Universitäten Bonn und Toulouse. Anschließend arbeitete sie mehrere Jahre in verschiedenen Forschungsprojekten an der Universität Bonn. Nach ihrer Promotion ging sie 2001 an die Universität Marburg. 2005 übernahm sie eine Professur für Neuere deutsche Literatur am Germanistischen Seminar der Universität Lüttich / Liège. Seit 2013 lehrt sie an der Universität Duisburg-Essen deutschsprachige Literatur der Gegenwart und Medienkulturwissenschaft. Zudem leitet Alexandra Pontzen den Bereich „Gegenwartskulturen“ im Portal literaturkritik.de. Dafür schreiben freie Autoren und Studenten Rezensionen und üben sich so in der, so nennt es das Projekt, „Schlüsselkompetenz literaturästhetische Urteilskraft“. 

Insa Wilke kennt den Literaturbetrieb von mehreren Seiten. Nach dem Studium der Germanistik und Geschichte in Göttingen, Rom und Berlin promovierte sie 2009. Im darauffolgenden Jahr erschien ihr Buch „Ist das ein Leben. Der Dichter Thomas Brasch“. Als Literaturkritikerin veröffentlicht Insa Wilke u. a. in der Süddeutschen Zeitung und im Rundfunk. Für ihre literaturkritischen Arbeiten hat sie 2014 selbst den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik erhalten.

Seit 2005 konzipiert und moderiert Insa Wilke auch Kulturveranstaltungen. 2010 übernahm sie die Programmleitung im Literaturhaus Köln, gab diese Tätigkeit aber zugunsten des freiberuflichen Arbeitens 2012 wieder auf. Seit 2013 gehört die Kritikerin zum Team von „Gutenbergs Welt“ (WDR3), seit 2017 zum „lesenswert quartett“ im SWR Fernsehen. 2016 hat sie die Programmleitung des Mannheimer Literaturfestes „lesen.hören“ übernommen. 

Außerdem war und ist Insa Wilke Mitglied verschiedener Jurys, derzeit u. a. der Weltempfänger- und SWR-Bestenliste und des Brüder-Grimm-Preises der Stadt Hanau.

Über den Preis

Im Jahr 1977 hat das Branchenmagazin Börsenblatt den Alfred-Kerr-Preis für Literaturkritik gestiftet, der heute mit 5000 Euro dotiert ist. Bis 1995 wurde jedes Jahr ein besonders bemerkenswerter Literaturteil einer deutschsprachigen Zeitung oder Zeitschrift, eines deutschsprachigen Hörfunk- oder Fernsehprogramms ausgezeichnet. Seit 1996 würdigt die Jury jeweils die Arbeit einer Einzelperson. Der Preis wird nicht für eine Einzelkritik vergeben, maßgeblich ist vielmehr die Kontinuität des literaturkritischen Schaffens. Die Auszeichnung erinnert an den Schriftsteller, Theaterkritiker und Publizisten Alfred Kerr (1867 – 1948), der in der Kritik eine eigene Kunstform sah. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem Insa Wilke, Daniela Strigl, Helmut Böttiger, Ina Hartwig, Gregor Dotzauer, Hubert Winkels, Manfred Papst, Nico Bleutge und Andreas Breitenstein.

Der Preisträger des Jahres 2018 wird im Februar bekanntgegeben, die Preisverleihung findet im Rahmen der Leipziger Buchmesse statt: Donnerstag, 15. März, 14 Uhr im Forum Die Unabhängigen, Messegelände Leipzig, Halle 5.

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