Alfred Döblin-Medaille an Julia Weber

Konsequenter Erzählstil

Julia Weber erhält die Alfred Döblin-Medaille 2018 der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz. Sie wird für ihre bisherigen literarischen Arbeiten ausgezeichnet.

Julia Weber

Julia Weber © Ayşe Yavaş

Insbesondere ihr Roman "Immer ist alles schön" (Limmat, 2017) habe die Jury überzeugt, schreibt die Akademie in einer Presseinformation. Denn, "mit diesem Ausschnitt aus der Geschichte einer modernen Fragment-Familie gelingt es ihr, Sympathie mit ihren gebrochenen Figuren zu wecken und Spannung zu erzeugen. Die Figuren können, jede für sich, die Differenz zwischen ihren Sehnsüchten und der Realität nicht vermindern. Das liegt nicht nur an der Realität, sondern auch daran, dass sich die Sehnsüchte einer Definition entziehen. Die Autorin konzentriert sich auf die Wahrnehmungen der Figuren. Indem sie dieses Prinzip kreativ durchhält, erzielt sie auf der einen Seite poetische Wirkungen, auf der anderen Seite kann sie unsentimental Überschwang und Absturz schildern."

Julia Weber, 1983 in Moshi (Tansania) geboren, wuchs dort und in Zürich auf. Nach einer Lehre und dem Abitur studierte sie von 2009 bis 2012 literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut Biel. 2012 hat sie den "Literaturdienst" gegründet, mit dem sie literarische Dokumentationen anbietet. Sie ist Mitbegründerin der Kunstaktionsgruppe "Literatur ist das, was passiert". Neben ihrem Roman "Immer ist alles schön" hat sie Erzählungen und zwei Theaterstücke − "Lebenswert AG", "Der Zwischenraum" − geschrieben.

© Limmat

Sie war Stipendiatin der Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt; 2017 wurde sie für den Klaus-Michael-Kühne-Preis Hamburg nominiert und stand auf der Shortlist für den Schweizer Literaturpreis, im selben Jahr wurde sie mit dem Franz-Tumler-Literaturpreis ausgezeichnet. Ihr Roman "Immer ist alles schön" steht 2018 auf der Shortlist des Rauriser Literaturpreises.

Die Medaille wird am Donnerstag, den 12. April, 19.00 Uhr, in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz verliehen. Der Preis ist mit 3.000 Euro dotiert.

Zur Auszeichnung

Mit der Alfred Döblin-Medaille würdigt die Akademie Autoren für deren erste vielversprechende Veröffentlichungen und ihr bisheriges gesamtes literarisches Wirken. Der Preisträger hat das Vorschlagsrecht für den kommenden Preisträger. Er reicht drei Vorschläge ein, unter denen eine Jury anschließend einen Preisträger auswählt.

Bisherige Preisträger: 2015 Martin Kordić, 2016 Matthias Nawrat und 2017 Roman Ehrlich.

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