Atmende Bücher

Cornelia Funke gründet eigenen Hörbuchverlag

Die Schriftstellerin und Illustratorin Cornelia Funke wird auch im deutschsprachigen Raum Verlegerin: Mit Eduardo Garcia, Inhaber und Produzent von German Wahnsinn, gründet sie in Hamburg das Hörbuchlabel Atmende Bücher. Funke ist Mehrheitsgesellschafterin des Verlags, der sämtliche ihrer neuen Stoffe produzieren wird - das erste Hörbuch "Die Feder eines Greifs" erscheint dort im September zeitgleich zum Buch (Dressler).

Cornelia Funke

Cornelia Funke © Martin Zitzlaff, Hamburg

Pro Jahr sind zwei Produktionen geplant, darunter eigene kurze Lesungen von Funke - sie bezeichnet das eigene Hörbuchlabel als "Traum, meine Worte selbst in klingende Bücher zu verwandeln". Den Vertrieb für den stationären Buchhandel übernimmt Oetinger Media.

"German Wahnsinn schneidert die wunderbarsten Klangkleider"

Funke hatte bereits nach "kreativen Differenzen" mit dem Verlag Little, Brown and Company im Frühjahr 2015 ihren eigenen Verlag Breathing Books gegründet - seitdem erscheinen dort etwa die englischsprachigen Titel der "Reckless"-Reihe. Und Eduardo Garcia, der seit mehr als 20 Jahren Hörbuchproduzent ist, hat zu Funkes "Reckless"-Büchern die Musik beigesteuert: "Als ich bei meiner Tour für 'Reckless' zum ersten Mal mit Musik von German Wahnsinn auf die Bühne trat, war das, als hätte jemand meinen Worten und mir die wunderbarsten Klangkleider geschneidert – ein phantastisches Gefühl", sagt Funke. Das zehnköpfige Team von German Wahnsinn nimmt in Hamburg St. Pauli auf und produziert Bands, Hörspiele und Hörbucher, liefert Sound und Musik für Filme und Werbung; unter anderem wurden sie für "Die Tribute von Panem" mit der Goldenen Schallplatte ausgezeichnet.

Funkes Wunsch, experimentierfreundlicher und kommerziell unabhängiger zu arbeiten

Mit dem Schritt als Mehrheitsgesellschafterin eines Verlags liegt sie im Trend, sich stärker in Verlagsprozesse einzuklinken - gerade haben etwa in Italien Umberto Eco, Sandro Veronesi und weitere Autoren den Verlag La nave di Teseo als Protest gegen die Fusion von Mondadori und RCS Libri gegründet.

Funke möchte zwar nicht beanspruchen, mit La nave verglichen zu werden, weil sie "vorerst" nur ihre eigenen Titel veröffentlicht, sich also "nur in sehr begrenztem Rahmen unabhängig von den gängigen Verlagen" macht und auch weiterhin mit etlichen Verlagen zusammenarbeitet. "Aber ich begrüße und bewundere die italienische Initiative - sie ist eine brillante Antwort auf die Konzentration im Verlagsgewerbe mit der einhergehenden, immer absurder werdenden Kommerzialisierung von Literatur", erklärt Funke gegenüber dem Börsenblatt.

Bei den Atmenden Büchern gehe es "zunächst ausschließlich um Bücher für die Ohren. Meine Leidenschaft für das klingende Wort ist kein Geheimnis, und ich habe mir schon lange gewünscht, aktiv an den Audio-Interpretationen meiner Texte mitzuarbeiten", so Funke. "Ein Grund dafür, das unabhängig von den gängigen Verlagsstrukturen zu tun, ist natürlich auch der Wunsch, flexibler, experimentierfreundlicher und kommerziell unabhängiger zu arbeiten, als das in einem traditionellen Verlagsrahmen für Autoren möglich ist."

"Ich bin aus Amerika daran gewöhnt, die Hör- und Printausgaben meiner Bücher mit unterschiedlichen kreativen Partnern zu entwickeln", auch in Deutschland habe sie dasja lange und mit verschiedenen Hörbuchverlagen erfolgreich getan - bislang waren Funkes Hörbücher im deutschsprachigen Raum vor allem bei Oetinger Media, Igel Records, Jumbo / Goya libre und dem Hörverlag erschienen. "Ich glaube, es inspiriert auf die Dauer Innovation und Kreativität, mit verschiedenen Partnern zu kollaborieren", sagte Funke gegenüber dem Börsenblatt.

Natürlich habe sie als Ziel, mit ihren Printverlagen konstruktiv zusammenzuarbeiten - "Dressler hat mir immer mit verlegerischer Leidenschaft zur Seite gestanden.Die Spiegelwelt-Ausgabe ist dafür nur ein wunderschöner Beweis", sie freue sich sehr auf die Print-Ausgabe von "Die Feder eines Greifs". "Aber das Erzählen für die Ohren ist eben eine große Leidenschaft von mir und ich habe mit Eduardo Garcia und German Wahnsinn aufregende Ohren-Kollaborateure gefunden, die wie ich Spaß an neuen Wegen haben und durch ihren Schwerpunkt im Audio-Bereich prädestiniert sind, dieses etwas andere Abenteuer gemeinsam anzugehen. Abgesehen davon, dass sie einfach wunderbare Musik schreiben und wie Dressler in meiner alten Heimatstadt Hamburg ansässig sind."

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