Britische Verlagsgruppe zieht Jahresbilanz 2016

Pearson kündigt Sparkurs an

Die britische Verlagsgruppe Pearson hat 2016 rund 4,6 Milliarden Pfund (circa 5,3 Milliarden Euro) erwirtschaftet, das waren 4,8 Prozent weniger als im Vorjahr. Unterm Strich bleibt ein Verlust von 2,3 Milliarden Pfund − das Unternehmen kündigt einen Sparkurs an, will weitere Unternehmensbereiche verkaufen. Die Verkaufsabsicht der Anteile an Penguin Random House wird erneut bestätigt.

Zu konstanten Wechselkursen fällt der Umsatzrückgang mit 15 Prozent gegenüber 2015 noch deutlicher aus, wie aus der jüngst von Pearson veröffentlichten vorläufigen Bilanz 2016 hervorgeht. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) betrug danach 785 Millionen Pfund (2016), nach 872 Millionen Pfund 2015. Unterm Strich nennt die Bilanz einen Verlust von 2,3 Milliarden Pfund (2015 noch ein Gewinn von 823 Millionen Pfund).

Die Netto-Schulden haben sich deutlich erhöht: von 654 Millionen Pfund (2015) auf 1.092 Millionen Pfund (2016)

Insbesondere hat sich die Entwicklung in den USA negativ auf das Ergebnis ausgewirkt. Die Studenten würden ihre Bücher verstärkt leihen statt kaufen, so Pearson. Das operative Einkommen in Nordamerika ist gegenüber dem Vorjahr deutlich gesunken, lag 2016 bei 420 Millionen Pfund (-12,5 Prozent; CER: -28 Prozent) − auch wenn der Umsatz nominell leicht zulegen konnte auf 2,98 Miliarden Pfund (+1,4 Prozent; aber zu konstanten Wechselkursen: -12 Prozent). Die Abschreibungen auf den Firmenwert in Nordamerika in Höhe von 2,5 Milliarden Pfund haben wesentlich zum Verlust 2016 beigetragen.

Penguin Random House verdient mehr

Mit seinem Anteil an Penguin Random House (47 Prozent; der restlichen Anteile hält Bertelsmann) hat Pearson im vergangenen Jahr ein operatives Einkommen in Höhe von 129 Millionen Pfund erzielt, 43,3 Prozent mehr als im Vorjahr.

Dagegen sei der Umsatz 2016 im Jahresvergleich zurückgegangen, eine absolute Zahl führt die Bilanz hier nicht an. Pearson verweist jedoch auf die Megaseller "Grey" und "The Girl on the Train", die 2015 für einen höheren Umsatz gesorgt hätten. Zudem habe man weniger E-Books abgesetzt.

In der Bilanz wird die Ankündigung wiederholt, das Pearson die Anteile an PRH abgeben will. Allerdings heißt es jetzt, man wolle die Anteile bis Ende 2017 noch halten.

Kennzahlen 2016 weiterer Unternehmensbereiche:

  • Kernmärkte (u.a. Großbritannien, Italien, Australien): 803 Millionen Pfund Umsatz (-1,5 Prozent zum Vorjahr). Angepasstes operatives Einkommen: 57 Millionen Pfund (Vorjahr: 105 Millionen Pfund). Hier wirkt sich unter anderem der Verkauf der FT Group aus.
  • Wachstumsmärkte (u.a. Brasilien, China, Indien, Südafrika): 768 Millionen Pfund Umsatz (+7,7 Prozent zum Vorjahr). Angepasstes operatives Einkommen: 29 Millionen Pfund (Vorjahr: minus 3 Millionen Pfund).

Ausblick

Hier bleibt Pearson bei der Prognose vom Januar, rechnet für 2017 mit einem operativen Profit in Höhe zwischen 570-630 Millionen Pfund.

CEO John Fallon kündigt an, dass Pearson 2017 die digitale Transformation beschleunigen werde. Zudem sollen das Portfolio entschlackt werden, Kosten eingespart werden. Die Investitionen sollen in die Bildungsbereiche mit den größten Wachstumsaussichten fließen.

Die Schließung der unprofitablen Wall Street English schools in Deutschland habe Pearson bereits vollzogen, heißt es in der Bilanz. Insgesamt suche man für Wall Street English (WSE), das etwa Marktführer in China sei, einen Investitionspartner. Die Sprachlernsparte Gedu möchte Pearson am liebsten ganz verkaufen. Allerdings sei beides noch in einem frühen Stadium und es sei noch nicht klar, ob es letztlich zu Abschlüssen komme, so Pearson.

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