Das LCB wird 50

Arkadien am Wannsee

Das Literarische Colloquium Berlin (LCB) feiert heute sein 50-jähriges Bestehen. Bis heute ist es "Teil der deutschen Literaturgeschichte und Spiegelbild des Wandels von Literatur und Öffentlichkeit", so LCB-Geschäftsführer Ulrich Janetzki. Fast alles, was in der jüngeren deutschen Literatur Rang und Namen hat, war in der Villa am Wannsee zu Gast. VON HOLGER HEIMANN

Heute lädt das Literarische Colloquium Berlin (LCB) zum Jubiläumsfest ein. 50 Jahre gibt es den legendären Literaturort am Wannsee, der sich mit einer ganzen Reihe von Sonderveranstaltungen bis zum September selbst feiert. Dabei ist das Haus mit der steil abfallenden Terrasse zum Wannsee mehr als der wahrscheinlich schönste Platz für Literatur im Land. Ingo Fessmann, Vorsitzender des Trägervereins, sieht im LCB nicht weniger als den "Prototypen für andere Literaturhäuser und Festivals". Dabei sei die Gründung am 16. Mai 1963 lediglich "das Produkt einer Verzweiflung" gewesen, so Fessmann bei der gestrigen Pressekonferenz im Berliner Büro des Börsenvereins. Man habe eine ganze Stadt aus der Depression reißen und ihr eine neue Identität geben müssen. Hierzu auserkoren wurde die Kultur.

Für Ulrich Janetzki, den zum Jahresende scheidenden LCB-Geschäftsführer, ist das LCB Teil der deutschen Literaturgeschichte und Spiegelbild des Wandels von Literatur und Öffentlichkeit. "Von einem personenzentrierten Ort sind wir zu einem zielgruppenorientierten Dienstleister geworden", sagte Janetzki. Geblieben aber ist ein Platz, der mehr als nur Veranstaltungsbühne ist, sondern vor allem auch Gästehaus und Werkstatt für Autoren und Übersetzer. "Judith Hermann, David Wagner oder Georg Klein haben hier in Autorenwerkstätten ihre ersten literarischen Schritte gemacht. Fast alle, die die jüngere deutsche Literatur ausmachen, waren da", so Janetzki. Einige von ihnen werden jetzt wohl zum Feiern wieder an den Wannsee kommen.

Angekündigt sind unter anderem ein Schriftstellertreffen, das Jubiläumsfest des Beck-Verlags, die "Gartenmesse" der kleinen Verlage, Gespräche mit Verlegern, eine Lesung mit Autoren, die im Gründungsjahr 1963 geboren wurden – und das traditionelle Sommerfest am 10. August.

Zum Jubiläum erscheinen zudem zwei Publikationen: Die Festschrift "S-Bahn nach Arkadien. Das Literarische Colloquium Berlin in Wort und Bild" mit Fotografien aus 50 Jahren von Renate von Mangoldt und Tobias Bohm sowie Anekdoten und Erinnerungen, von Autoren (Matthes & Seitz Berlin Verlag, 19,90 Euro). Und daneben eine Sondernummer der hauseigenen Zeitschrift "Sprache im technischen Zeitalter", mit Texten rund ums Jubiläum und einer ausführlichen Chronik (Böhlau Verlag, 14 Euro).

Einen Blick ins LCB können Sie mit unserer Bildergalerie werfen. 

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