Erdogans Staatsbesuch: Solidaritätsaktion mit verfolgten Autoren

"Lesen für die Freiheit" - das Video zur Veranstaltung

Mit einer Solidaritätslesung hat der Börsenverein dem Empfang des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan am Freitag einen Appell für die Meinungsfreiheit entgegengesetzt: Während an der Spree das Staatsbankett stattfand, lasen im Frankfurter Haus des Buches Aslı Erdoğan, Michel Friedman, Insa Wilke, Hauke Hückstädt, Jörg Bong und andere aus Büchern von in der Türkei verfolgten Autoren - die Veranstaltung wurde als Live-Stream übertragen, den Link zum Video finden Sie hier. 

Auch Autorin Asli Erdogan las in Frankfurt, um an all die Kollegen zu erinnern, die nach wie vor in der Türkei inhaftiert sind

Auch Autorin Asli Erdogan las in Frankfurt, um an all die Kollegen zu erinnern, die nach wie vor in der Türkei inhaftiert sind

Hier geht es zum Video von der Veranstaltung 

"Ich schreibe diese Zeilen in einer Gefängniszelle. Aber ich bin nicht gefangen. Ich bin Schriftsteller«, heißt es in einem Text des türkischen Autors Ahmet Altan: »Auf den Flügeln meiner unendlichen Vorstellungskraft werde ich die ganze Welt bereisen."

Altan ist in der Türkei zu lebenslanger Haft verurteilt worden, aus politischen Gründen. Doch auch wenn er hinter hohen Gefängnismauern sitzt: Die Wucht seiner Gedanken füllte die gesamte Lounge im Frankfurter Haus des Buches aus, wo seine Texte am vergangenen Freitag bei einer Solidaritätslesung zu hören waren.

Live-Sendung im Frankfurter Haus des Buches

Live-Sendung im Frankfurter Haus des Buches © Petra Gass

Die Veranstaltung des Börsenvereins sollte ein Zeichen für Meinungsfreiheit setzen – denn genau zu der Zeit, als der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan in Berlin zum Staatsbankett geladen war, wurde in Frankfurt aus den Büchern verfolgter Autoren gelesen, darunter Werke von Can Dündar bis hin zu Asli Erdoğan, die sogar selbst am Lesetisch Platz nahm – sichtlich bewegt bei der Erinnerung an die inhaftierten Kollegen in der Türkei, aber auch mit einem bitteren Blick nach Berlin.

Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, erinnerte daran, dass die Türkei vor 70 Jahren zu den Erstunterzeichnern der Menschenrechtscharta gehört habe – heute herrsche dort ein Despot, der nun in  Deutschland einen Staatsbesuch mit allen Ehren bekomme. Das sei "ein Schlag ins Gesicht" all derer, die zu Unrecht in türkischen Gefängnis sitzen würden, so Skipis.

Ahmet Altans Buch (Verlag S. Fischer) trägt den Titel "Ich werde die Welt nie wiedersehen". Die Lesung in Frankfurt, an der unter anderem auch Michel Friedman, S. Fischer-Verleger Jörg BongPitt von Bebenburg ("Frankfurter Rundschau") und Literaturkritikerin Insa Wilke teilnahmen, sollte ihm und allen anderen zeigen: Sie sind nicht vergessen und reisen mit ihren Texten um die Welt.

Ein Video der Veranstaltung ist auf der Facebook-Seite des Börsenvereins zu finden (siehe oben). Teilen hilft.

Mehr zur Aktion lesen Sie hier, eine Bildergalerie der Lesung können Sie hier anschauen. 

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