Leser-Plattform startet in die Vermarktung

Aus logos.social wird mojoreads.com

Buch-Shop und Community in einem – daran hält Log.os fest, präsentiert sich jetzt, zum offiziellen Start der Vermarktung, aber mit einem neuen Look und mit neuem Namen: aus logos.social wird mojoreads.com. 

Log.os hat in den vergangenen Jahren schon viele Meilensteine erreicht, manchmal jedoch auf Umwegen und stets in kleinen Schritten. Seit der Frankfurter Buchmesse 2016 in mehreren Phasen gelauncht (siehe Archiv: Was lange währt ...?), ist die Plattform jetzt noch einmal angepasst worden: Erreichbar ist sie seit Ende Juli nicht mehr unter dem Namen logos.social, sondern unter mojoreads.com – mojoreads.com u.a. deshalb, weil der alte Name laut Volker Oppmann, log.os-Gründer und -Geschäftsführer, bei Googles Suchmaschine keine Chancen auf vordere Plätze hatte. 

Mit der Umbenennung der Plattform – der Name des dahinter stehenden Unternehmens und des Trägervereins bleiben gleich – soll nun auch der Startschuss für die Vermarktung fallen. Bundesweit flächendeckende Anzeigen sind von den Betreibern aber nicht zu erwarten. Sie tun, was sie aus ihrer Sicht für das Naheliegendste halten: Oppmann zufolge werden für die Vermarktung die Nutzer selbst mit einbezogen – nach dem Prinzip "es kennt einer einen, der einen kennt". "Wir wollen die Plattform aus sich selbst heraus organisch entwickeln, aus dem Netzwerkgedanken heraus", erklärt er.    

Nicht bloß ein Freundschaftsdienst: Traffic erhöhen, Provision erhalten

Die Grundidee: Logos will im Herbst ein Belohnungssystem auf mojoreads.com installieren, ein Affiliate Programm, damit Shop und Community ineinander greifen.  

Nutzer profitieren, wenn sie Freunde und Bekannte zu mojoreads.com bringen, um mit ihnen über Bücher zu reden  – und verdienen auch an daraus resultierenden Verkäufen (Provision). "Im Idealfall ergibt sich eine Win-win-Situation", hofft Oppmann. Außerdem werden Autoren und Blogger einbezogen. Für sie entwickelten Oppmann und sein Team die Web-Serie "Buch-DJ der Woche": Jede Woche empfiehlt auf der Startseite der Plattform eine hier eine andere Autorin oder ein anderer Autor in maximal 140 Zeichen jeweils fünf Bücher, verdient dabei an jedem Verkauf mit – los geht es mit Zoë Beck. "Werbekostenzuschüsse oder bezahlte Platzierungen wird es bei uns nicht geben", betont Oppmann gegenüber boersenblatt.net. "Bei uns entscheiden nicht Algorithmen oder Werbebudgets darüber, was wo gezeigt oder beworben wird, sondern Menschen aus dem Literaturbetrieb, die auschließlich jene Bücher empfehlen, die sie persönlich für wichtig oder lesenswert halten." 

Aktuell hat mojoreads.com rund 1.200 Nutzer, war bisher aber auch lediglich in Nischen unterwegs, lange Zeit ließ sich auf die Plattform nur mit Einladung zugreifen. In einem Jahr soll das schon ganz anders aussehen: Log.os kalkuliert Oppmann zufolge mit einer deutlich höheren Reichweite – und einer Nutzerzahl im sechsstelligen Bereich. 

Dass der Name logos.social nicht die gewünschte Reichweite bringen könnte, habe man von Anfang an geahnt, so Oppmann. Mehrere Schwierigkeiten seien aufgetraucht – nur wenige hätten den Name so verstanden, wie er gemeint war, außerdem sei er nicht eindeutig genug, um eindeutige Suchergebnisse bei Google zu erhalten. Deshalb überlegte das Unternehmen neu, suchte nach Alternativen, entschied sich schließlich für mojoreads.com

Der Name habe viele Vorteile, meint der Logos-Gründer: Er sei bei Google noch nicht belegt und international verständlich, passe also zur Internationalisierungsstrategie. Außerdem schaffe er eine direkte Verbindung zum Lesen und erhält eine .com-Adresse – .social-Adresse spielten im Business-Kontext nach wie vor keine Rolle. Und beginnt mit einem Wort, dass die meisten zwar schon gehört hätten, es aber nicht definieren könnten. "Das gibt uns die Chance, den Begriff neu zu besetzen."  

Mojo – kommt aus der Voodoo-Kultur, beschreibt laut Oppmann einen kleinen Beutel, in dem Glücksbringer gesammelt werden. Später in der Popkultur habe sich der Begriff dann verselbstständigt. Wie er von Log.os definiert wird: "Mojo – das sind Bücher, die man nicht aus der Hand legen kann."

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2 Kommentar/e

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  • Zarah Vidal

    Zarah Vidal

    Schade, wieder wird eine soziale Idee monetarisiert - nur, dass der Werbekostenzuschuss andere Adressaten hat und individuell zwar kleiner aber dafür zahlreicher fließen wird. Es ist auch nichts besonderes oder neues, dass Menschen und nicht Algorithmen bestimmen, was besprochen wird. Amazon hat die "Großen" längst zum Umdenken gebracht. Manchmal ist es hilfreich, veraltete Vorurteile zu überprüfen... Ich habe die Idee von log.os mit Spannung und Interesse verfolgt. Traurig- das hat sich jetzt erübrigt.

  • Volker Oppmann

    Volker Oppmann

    Liebe Zarah Vidal,

    es tut mir sehr leid, dass wir Sie offensichtlich enttäuscht haben und würde gerne verstehen, woher diese Enttäuschung rührt, da ich nicht alle Kritikpunkte Ihres Kommentars nachvollziehen kann.

    Was meinen Sie damit, wenn Sie sagen, Amazon hätte die "Großen" längst zum Umdenken gebracht? Und was meinen Sie mit den veralteten Vorurteilen?

    Vor allem aber stehen wir nach wie vor voll hinter der ursprünglichen Idee von log.os – d.h. weder unsere Überzeugungen, noch unser Ansatz haben sich geändert.

    Alles, was sich geändert hat, ist die Verpackung, d.h. der Name des Produkts und der Website, da beide leider nicht funktioniert haben. Und wir haben leider auch sehr deutlich das Feedback bekommen, dass sich niemand mit den Ideen hinter dem Projekt locken lässt, wenn nicht das Produkt vorne heraus im Markt funktioniert – d.h. überhaupt einen Markt findet.

    Denn wir können ja nur dann etwas an der Situation ändern, wenn wir auch tatsächlich Kunden finden, die unsere Plattform nutzen. Das hat auch nichts mit "Monetarisierung einer sozialen Idee" zu tun – im Gegenteil: Die soziale Idee kann erst dann zum Tragen kommen, wenn sie sich finanzieren lässt. Idealerweise nicht durch Investoren, sondern zahlende Kunden.

    Wir alle in der Buchbranche arbeiten ja nicht nur für die idealistische Anerkennung unseres Tuns, sondern müssen (im Gegensatz zu Amazon, Apple oder facebook) mit unseren Inhalten Geld verdienen.

    Und genau darum geht es uns mit log.os / mojoreads: Mittel und Wege zu finden, wie man mit Inhalten (auch in Zukunft noch) Geld verdienen kann und wie man die Wertschöpfung im System belässt, d.h. zwischen den unterschiedlichen Akteuren verteilt, statt sie an Aktionäre auszuschütten. Und natürlich, wie man die Akteure der Buchbranche im Netz mit den effektiven Werkzeugen ausstattet, die es Ihnen ermöglichen, ihre Inhalte bestmöglich zu vermarkten.

    Wenn Sie Ideen haben, wie man das besser machen kann, lassen Sie uns das bitte gerne wissen! Ich meine das völlig ironiefrei. Wir freuen uns über jede Idee und jede Diskussion, die uns auf dem Weg voranbringt. Und wir machen uns auch keine Illusionen darüber, dass dieser Weg sehr lang und sehr steinig sein wird, wir aber erst ganz am Anfang stehen. Aber irgendwo muss man ja anfangen ;-)

    Herzliche Grüße,
    Ihr

    Volker Oppmann

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