Neuer Siegfried-Landshut-Preis

Soziologe Michael Mann ist erster Preisträger

Der in Los Angeles lehrende Soziologe Michael Mann ist der erste Preisträger des Siegfried-Landshut-Preises, den das Hamburger Institut für Sozialforschung (HIS) erstmals im Oktober vergibt. Mann, der für sein Werk geehrt wird, darf damit zwei Stipendiaten für das HIS vorschlagen.

Der Siegfried-Landshut-Preis wird für herausragende Arbeiten in den Forschungsfeldern vergeben, in denen auch das HIS tätig ist: Insbesondere die Gewaltforschung, aber auch neue Themenschwerpunkte wie etwa Demokratie und Staatlichkeit oder Fragen zum gegenwärtigen Kapitalismus.

Erster Preisträger wird der britische Soziologe Michael Mann (76), das hat das Kollegium der Wissenschaftler am HIS entschieden. Mann lebt und lehrt seit den 1980er in den USA; er zählt zu den herausragenden Vertretern der Historischen Soziologie. Seine vierbändige "Geschichte der Macht" (ab 1986), habe der makrosoziologischen Diskussion völlig neue Horizonte eröffnet und präge seither die Theoriedebatten um globalhistorische Zusammenhänge, so das HIS. Mit eindrucksvollen Monografien (etwa "Fascists") habe Mann zudem entscheidende Impulse für Diskussionen über die Schattenseiten der Moderne gegeben. In der Hamburger Edition des HIS liegt "Die dunkle Seite der Demokratie" (2007) vor.

Michael Mann hält Siegfried Landshut Lectures

Die Auszeichnung wird am 4. Oktober im Rahmen der daran gekoppelten neuen Siegfried Landshut Lectures am HIS überreicht. Beides soll an den vor 50 Jahren verstorbenen deutsch-jüdischen Politikwissenschaftler und politischen Soziologen Siegfried Landshut erinnern, der nach der Vertreibung durch die Nationalsozialisten 1951 an die Universität Hamburg zurückkehrte und maßgeblich zum Aufbau einer historisch und interdisziplinär orientierten Sozialwissenschaft in Deutschland beitrug. Die Siegfried Landshut Lectures sollen gesellschaftspolitisch relevante Themen aufgreifen, um die akademische wie intellektuelle Debatte voranzubringen.

  • 4. Oktober: Michael Mann: "The Decline of War?" (inklusive Preisverleihung)
  • 9. Oktober: Michael Mann: "Fear and Loathing on the Battlefield"

Preisträger darf zwei Stipendien vergeben

Die Auszeichnung ist nicht dotiert, stattdessen darf der Preisträger zwei ausländische Nachwuchswissenschaftler für ein Stipendium am HIS vorschlagen. Diese werden am Abend der Preisverleihung bekannt gegeben. Die Stipendien laufen (bislang) für einen Monat. Alle Kosten (Transport, Unterkunft, etc.) übernimmt das HIS. Die Forschung im Institut kann mit einem Beitrag in der Zeitschrift "Mittelweg 36" oder aber für das Internetportal "Soziopolis" abgeschlossen werden, informiert das HIS.

Der Preis soll künftig jährlich vergeben werden.

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