Schlechte Quartalsbilanz: US-Filialist stellt die Weichen neu

Barnes & Noble streicht 1.800 Stellen

Der US-Filialist Barnes & Noble musste in seiner aktuellen Quartalsbilanz (bis 27. Januar) erneut ein Umsatzminus melden und kündigte strategische Veränderungen an. Sparen will das Unternehmen unter anderem durch die Entlassung von Mitarbeitern.

Durch die Reduzierung der Ausgaben will Barnes & Noble annähernd 40 Millionen US-Dollar pro Jahr einsparen. Der neue strategische Plan ("strategic turnaround plan") beinhalte ein neues Arbeitsmodell für die Läden ("a new store labor model"), das größere Flexibilität gewähren soll, schreibt der US-Filialist in seiner Bilanzmitteilung. Der Plan sieht die Entlassung von rund 1.800 Vollzeit-Mitarbeitern vor, wie US-Medien jüngst berichtet haben: Danach waren die Kündigungen am 12. Februar ausgesprochen worden; betroffen seien auch leitende Angestellte und langjährige Mitarbeiter. Barnes & Noble hat 632 Filialen in den USA mit rund 26.000 Mitarbeitern.

Als Eckpunkte des langfristig angelegten Strategieplans nennt das Unternehmen die Stärkung des Kerngeschäfts, die Verbesserung der Rentabilität durch ein strenges Ausgabenprogramm sowie vereinfachte Betriebsabläufe und Innovationen für die Zukunft des Unternehmens, die ein langfristiges Wachstum ermöglichen. Ziel des Plans sei es, das Unternehmenswachstum zu fördern und den Shareholder Value zu erhöhen, so CEO Demos Parneros. Ab dem Geschäftsjahr 2019 (das kommenden Mai beginnt) erwarte man Verbesserungen durch die Maßnahmen.

Läden sollen kleiner werden

Zudem sollen im Geschäftsjahr 2019 fünf neue Prototyp-Läden eröffnet werden, berichtet "Publishers Weekly", die mit rund 1.300 Quadratmetern Ladenfläche deutlich kleiner ausfallen werden als eine derzeitige, durchschnittliche Barnes & Noble-Filiale mit rund 2.415 Quadratmetern. Letztere seien "zu groß", erklärte Parneros gegenüber "Publishers Weekly": "Diese Läden wurden vor langer Zeit gebaut." Die fünf neuen Läden sollen den Fokus auf Bücher legen, aber auch ein Café und eine Auswahl an Non-Books führen. Insgesamt will das Unternehmen die Verzahnung der stationären Buchhandlungen und BN.com verstärken.

Die Quartalszahlen

Im dritten Quartal (bis 27. Januar 2018) seines laufenden Geschäftsjahrs hat Barnes & Noble laut Bilanzmitteilung 1,2 Milliarden US-Dollar (umgerechnet ca. 998 Millionen Euro) erwirtschaftet − und damit 5,3 Prozent weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs. Insbesondere habe der Umsatz in der Weihnachtssaison enttäuscht, so CEO Demos Parneros. Hier entstand ein Umsatzminus von 6,4 Prozent zur vorigen Weihnachtssaison. Unterm Strich verzeichnet das Quartal Verluste:

  • Betriebsergebnis: ein Verlust in Höhe von 34,9 Millionen Dollar (im Vorjahresquartal gab es noch einen Gewinn von 128,8 Millionen Dollar)
  • Netto-Verlust: 63,5 Millionen Dollar (in der Vorjahresperiode gab es einen Netto-Gewinn von 70,3 Millionen Dollar)

Das Quartalsergebnis nach Segmenten (Veränderung zur Vorjahresperiode):

  • Retail: 1,2 Milliarden Dollar Umsatz ( minus 5,1 Prozent). EBITDA: minus 8,3 Millionen Dollar (Vorjahr: plus 160,2 Millionen Dollar). Betriebsergebnis: ein Verlust von 33,5 Millionen Dollar (Vorjahr: Gewinn von 135,0 Millionen Dollar).
  • Nook: 30,9 Millionen Dollar Umsatz (minus 19,5 Prozent). EBITDA: 1,6 Millionen Dollar (Vorjahr: minus 2,4 Millionen Dollar). Betriebsergebnis: minus 1,3 Brutto-Gewinn: 15,5 Millionen Dollar (+6,3 Prozent)

Ausblick

Für das Geschäftsjahr 2018 rechnet Barnes & Noble auf vergleichbarer Basis mit einem Umsatzrückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr. Das EBITDA soll zwischen 140 Millionen und 160 Millionen US-Dollar liegen.

Weiter hat das Unternehmen derweil angekündigt, dass es im Mai einen Leseclub (The Barnes & Noble Book Club) starten will − in allen 632 Filialen, bei freiem Eintritt. Die Veranstaltungen sollen zunächst viermal im Jahr stattfinden. 

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