Schweiz

Konkursverfahren für Birkhäuser

Der Birkhäuser Verlag in Basel ist zahlungsunfähig: Am 6. März ist ein Konkursverfahren eröffnet worden. Up-Date: Stellungnahme von Konkursverwalter Gerhard Kuhn.

Das Architektur- und Designsegment des renommierten Schweizer Fachverlags gehörte früher zu Springer und war Anfang 2010 vom spanischen Verlag Actar übernommen worden. Schon auf der Frankfurter Buchmesse 2011 kursierten in der Branche Gerüchte über Zahlungsschwierigkeiten - die sich nun bestätigt haben.

Wie die "Basler Zeitung" am Samstag berichtet hat, ist die Eingangstür zur Birkhäuser GmbH vom Konkursamt versiegelt worden, die Mitarbeiter haben offenbar schon seit Wochen kein Gehalt mehr bekommen.

Zum Verlag, der 1879 gegründet wurde, gehört auch die Design-Zeitschrift "Die Form": Sie hatte Ende Februar auf ihrer Website gemeldet, dass sich der Birkhäuser Verlag "derzeit in einer Umstrukturierungsphase" befinde und die aktuelle Ausgabe deshalb noch nicht an die Abonnenten ausgeliefert werden könne.

Nach Angaben von Gerhard Kuhn, der den Fall Birkhäuser beim Konkursamt in Basel betreut, ist das Verfahren am 6. März eröffnet worden. Zehn Tage lang habe der Eigentümer nun Zeit, um Beschwerde gegen die Konkurseröffnung einzulegen. Wie gut die Chancen stehen, dass sich ein Kaufinteressent findet - dazu könne er derzeit nichts sagen, so Kuhn: "Dafür ist es einfach noch zu früh". Morgen werde er sich mit dem Verlagsleiter von Birkhäuser treffen, um zunächst das Inventar zu sichten.

"Der Birkhäuser GmbH steht das Wasser bis zum Hals": So drastisch hatte es der Architekturkritiker Gerhard Mack bereits Ende November 2011 in einem "NZZ"-Artikel formuliert. Actar, so Mack, habe sich mit der Übernahme anscheinend übernommen, seit dem Birkhäuser-Kauf 2010 hechle der neue Besitzer den Verpflichtungen hinterher: "Ein Kleiner hat da einen Mittelgroßen geschluckt, und jetzt droht dieser zu ersticken". Nicht nur für Mack ist Birkhäuser "ein klingender Name" in der Welt der Architektur - auf Rettung kann man nur hoffen.

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