Suhrkamp darf Ulysses-Übersetzung nicht herausbringen

Einwilligung der Erben liegt nicht vor

Der Suhrkamp Verlag darf die Überarbeitung des von Hans Wollschläger übersetzten Romans "Ulysses" von James Joyce nicht veröffentlichen. Die Wollschläger-Witwe Gabriele Gordon habe sich entschieden, die Publikation aus Copyright-Gründen zu verbieten, meldet die Wochenzeitung "Die Zeit" vorab.

Die Überarbeitung soll zehn Jahre in Anspruch genommen haben. Ein Forscherteam habe 5.000 Änderungen und Korrekturen vorgenommen. 

Gabriele Gordon, die Witwe des Übersetzers Hans Wollschläger, habe die Arbeit des Übersetzers Harald Beck als „rechtswidrige Bearbeitung der Wollschläger-Ulysses-Übersetzung" bezeichnet. Sie berufe sich auf Paragraph 23 des Urheberrechtsgesetzes, demzufolge "Bearbeitungen oder andere Umgestaltungen des Werkes" nur mit "Einwilligung des Urhebers" veröffentlicht werden dürfen, so "Die Zeit".

Der Zeitung zufolge soll der Suhrkamp Verlag schlicht vergessen haben, bei den Erben die Rechte für die Überarbeitung einzuholen. Suhrkamp-Chef Jonathan Landgrebe spricht von einem "gescheiterten Versuch einer Werkpflege zulasten aller". Statt der groß aufgelegten Publikation kündigt er eine Mini-Edition von 200 nicht frei verkäuflichen Exemplaren für die Wissenschaft an.

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5 Kommentar/e

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  • Margarethe Mertens

    Margarethe Mertens

    Bei einem renommierten Verlag wie Suhrkamp fällt es schon sehr schwer, dem Glauben zu schenken.
    Mögen auch solche Verleger bald herunterkommen von ihrem hohen Ross, das wäre auch zeitgemäßer.

  • Walter

    Walter

    Ob von einem "gescheiterten Versuch der Werkpflege zulasten aller" die Rede sein kann, wage ich zu bezweifeln. Man schaue sich mal stichprobenartig einige der Überarbeitungen anderer Werke an. Die können teilweise das Gruseln lehren. @Margarethe Mertens: dem kann ich nur zustimmen. Gilt übrigens auch für viele der Vertreter und Mitarbeiter von Suhrkamp. Unser Sortiment stelle ich lieber durch Käufe bei anderen Verlagen zusammen. Macht einfach mehr Spaß.

  • HR Feller

    HR Feller

    Es ist weder guter Stil noch sachdienlich ohne Kenntnis der Sachlage, Partei zu ergreifen und einfach mal auf einen der Beteiligten draufzuhauen.

  • rolfberlin

    rolfberlin

    Vielleicht sollte sich die Witwe bzw. die Erben auch einmal Gedanken machen, dass hier viele Menschen daran gearbeitet haben ein Werk zu schaffen. Dass hier die Verleger auf einem hoher Ross sitzen kann ich nicht erkennen, da sitzen m.E. andere drauf.

  • Wolles Erben

    Wolles Erben

    Soweit ich weiß, hieß die Frau von Hans Wollschläger Monika. Das mit der Witwe kommt mir merkwürdig vor. Dass der Suhrkamp-Verlag hier offenbar gepennt hat, macht die Angelegenheit noch merkwürdiger.

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