Thalia und Mayersche gehen zusammen

Megafusion im Buchhandel

Ein Paukenschlag: Thalia, mit rund 300 Filialen im deutschsprachigen Raum, und die Mayersche Buchhandlung, die 55 Filialen führt, schließen sich zusammen. Der Thalia-Gesellschafterkreis soll um die Familie Falter erweitert werden. Hartmut Falter, Geschäftsführer der Mayerschen, wird zweiter geschäftsführender Gesellschafter bei Thalia. Wenn die Kartellbehörden zustimmen, entsteht das größte Buchhandelsunternehmen in Europa.

Die Mayersche in Köln am Neumarkt

Die Mayersche in Köln am Neumarkt © Barbara Frommann

Das Stammhaus der Mayerschen  in Aachen soll weiterhin bei der Familie Falter verbleiben. Über die Modalitäten des Vertrages wurde Stillschweigen vereinbart. Der Vertrag stehe unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Fusionskontrollbehörden, so die gemeinsame Presseinformation.

Die Mayersche Buchhandlung mit Best Of Books (B.O.B) und Thalia schließen sich zusammen. Aus den 55 Mayerschen Buchhandlungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, den rund 300 Buchhandlungen von Thalia im deutschsprachigen Raum sowie B.O.B werde der bedeutendste familiengeführte Sortimentsbuchhändler in Europa, so die eigene Einschätzung der beiden Partner.

2017 kamen beide Filialisten zusammen auf einen Umsatz von geschätzt 1,1 Milliarden Euro (siehe Archiv).

Voneinander lernen

"Die beiden Unternehmen werden voneinander lernen und die jeweiligen Stärken zum Nutzen der Kunden einbringen", erklärt Hartmut Falter, Inhaber und Geschäftsführer der traditionsreichen Mayerschen Buchhandlung und künftig zweiter geschäftsführender Gesellschafter bei Thalia. "So werden die Kompetenzen der Mayerschen und von Thalia zu einer komplementären und neuen Qualität zusammengeführt."

Hartmut Falter und Michael Busch

Hartmut Falter und Michael Busch © John M. John

Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen im Buchhandel seien zukunftsweisende Konzepte und Allianzen notwendig, um weiterhin erfolgreich am Markt zu agieren. "Thalia und die Mayersche verschmelzen zu einem innovationsstarken Buchhändler, der nicht nur für eine hohe Marktpräsenz steht, sondern auch für das im internationalen Vergleich erfolgreichste Omni-Channel-Buchhandelsunternehmen", sagt Michael Busch, CEO und geschäftsführender Gesellschafter von Thalia. Der Zusammenschluss sei zugleich ein klares Signal für die Branche. Busch: "Wir setzen auf beständige Allianzen, denn wir im deutschen Buchhandel sind erfolgreicher, wenn wir gemeinsam handeln."

Unternehmen werden gesellschaftsrechtlich integriert

Die Unternehmen Mayersche mit der Tochter B.O.B und Thalia werden gesellschaftsrechtlich integriert. Der bisherige Thalia-Gesellschafterkreis, bestehend aus den Familien Herder, Kreke, Busch und Göritz, wird um die Familie Falter erweitert.

  • Hartmut Falter wird zweiter geschäftsführender Gesellschafter und Mitglied der Geschäftsleitung von Thalia. 

In dieser Rolle wird Falter weiterhin die Mayersche KG mit Best Of Books direkt führen, die Integration der beiden Unternehmensgruppen leiten und die Verantwortung für den Bereich Unternehmensentwicklung für das Gesamtunternehmen übernehmen. Der Verwaltungsstandort an der Matthiashofstraße in Aachen bleibt erhalten und übernimmt zukünftig Serviceaufgaben des gemeinsamen Unternehmens.

Hartmut Falter betont: "Die Mayersche und Thalia haben das gleiche Verständnis vom Buchhandel und teilen die gleichen Werte. Wir blicken auf eine lange Tradition im Buchhandel zurück, wir sind erfolgreiche Familienunternehmer und stehen für die uneingeschränkte Liebe zum Buch. In unserer neuen Partnerschaft wollen wir noch innovativer und interessanter für unsere Kunden werden." Das Online-Geschäft wird zukünftig gemeinsam vorangetrieben. Das sichert eine größere Reichweite und mehr Marktstärke im Wettbewerb mit international agierenden Online-Händlern.

Für Thalia folgt der Zusammenschluss mit der Mayerschen Buchhandlung auf den Marken-Relaunch im September 2018. Ziel der umfassenden Erneuerung sei es, die Relevanz von Büchern und inspirierenden Inhalten bei den Menschen zu stärken. Buchhandlungen mit einem kuratierten und überraschenden Sortiment sollen noch mehr als bisher zu analogen Rückzugsorten mit der richtigen Atmosphäre zum Eintauchen in Geschichten werden. Die persönliche Beratung durch qualifizierte und begeisterte Mitarbeiter mache dabei für den Kunden den wesentlichen Unterschied zum reinen Online-Handel aus.

Kompetenzen zusammenführen

Beide Häuser wollen die jeweiligen Kompetenzen zu einer komplementären und neuen Qualität für den Kunden zusammenführen. Best Of Books, der Shop-System-Betreiber für Bücher stehe dabei für die Diversifikationskompetenz der Mayerschen. Seit mehr als 15 Jahren erschließe das Unternehmen Vertriebskanäle im Buch-Nebenmarkt wie SB-Warenhäuser, Verbrauchermärkte, Supermärkte und Drogerien. Die Stärken von Thalia liegen unter anderem in den Systemvorteilen und in der Omni-Channel-Expertise mit neuen Services. So können online bestellte Bücher innerhalb von zwei Stunden in einer Buchhandlung in der Nähe abgeholt und Einkäufe in den Buchhandlungen mobil bezahlt werden – das Anstehen an der Kasse entfällt. Mit der Thalia App kann der Kunde seinem Lieblingsbuchhändler online folgen und auf exklusive Buchhändlerempfehlungen zugreifen.

Eine besondere Bedeutung kommt der 2013 gegründeten tolino Allianz zu, zu deren Gründungsmitgliedern Thalia gehört und der sich bisher international über 2.000 Buchhändler angeschlossen haben. Die Mayersche Buchhandlung ist seit 2015 tolino Partner.

Für Manuel Herder, Verleger aus Freiburg und Mehrheitsgesellschafter bei Thalia, ist der Zusammenschluss der beiden Häuser "der richtige Schritt von Unternehmerfamilien, ein Zeichen des Aufbruchs gegen die Marktmacht globaler Online-Händler und für die innerstädtische Lesekultur zu setzen."

Die Mayersche Buchhandlung wurde im Jahr 1817 von Jacob Anton Mayer in Aachen gegründet. 2017 feierte sie ihr 200-jähriges Bestehen. Seit der Gründung ist sie in Familienbesitz. Zum Unternehmen gehört der Shop-in-Shop-Anbieter Best of Books. Insgesamt werden rund 1.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter knapp 120 Auszubildende, beschäftigt.

Thalia wurde 1919 in Hamburg gegründet und ist heute der größte Sortimentsbuchhändler im deutschen Sprachraum. Das Unternehmen befindet sich im Besitz der Familien Herder, Kreke, Busch und Göritz. Zu Thalia gehören rund 300 Buchhandlungen in Deutschland und Österreich, inklusive 50 Prozent der Anteile an den mehr als 30 Buchhandlungen der Orell Füssli Thalia AG in der Schweiz. Für das Unternehmen sind 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Der Hauptsitz der Verwaltung befindet sich in Hagen.

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21 Kommentar/e

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  • Susanne Martin

    Susanne Martin

    "der richtige Schritt von Unternehmerfamilien, ein Zeichen des Aufbruchs gegen die Marktmacht globaler Online-Händler und für die innerstädtische Lesekultur zu setzen." - Dann wäre es eigentlich nur konsequent, wenn sich die dritte Unternehmerfamilie aus dem Südwesten der Republik ebenfalls anschließen würde.....

  • Verena Thiemeyer

    Verena Thiemeyer

    Bin gespannt auf die Reaktionen aus den Verlagen. Die haben es bei den Konditionen dann mit 2 Giganten, amazon und Thalia-Mayersche, zu tun. Aber was nützen die besten Konditionen, wenn doch die Leser immer weniger werden, kaum welche nachwachsen und das Angebot der (Mainstream)Verlage immer beliebiger wird. Was haben die verbliebenen wirklich buchaffinen Leser davon? Wirklich mehr Auswahl und Kompetenz? Ich wage zu zweifeln. Aus meiner Sicht ein Akt der Verzweiflung.

  • Martina Bergmann

    Martina Bergmann

    Das sind über sechstausend Arbeitsplätze im Einzelhandel, und ich möchte mal meinen: Bessere als in den meisten anderen Kettenbetrieben. Ich finde das gut.

  • H.-A. Riethmüller

    H.-A. Riethmüller

    Liebe Frau Martin, weil wir immer konsequent UNSEREN Weg gegangen sind, statt auf „gutgemeinte“ konsequente Ratschläge wie Ihren zu hören, sind wir ein erfolgreiches unabhängiges Unternehmen. Das soll auch in Zukunft so bleiben. Mit herzlichen Grüßen Ihr Hermann-Arndt Riethmüller

  • Matthias Ulmer

    Matthias Ulmer

    Es sieht so aus, als ob die Probleme, die die großen Ketten haben, durch Wachstum nicht kleiner werden.

  • Ernst August

    Ernst August

    Wie verzweifelt muss man in Hagen und Aachen sein.
    Armes Osiander - jetzt bleibt nur noch Rupprecht in Vohenstrauß.

    Thalia, Mayersche, Osiander, Ruprecht - alles inhabergeführte Unternehmen.

    Ha, ha, ha.

  • Verena Thiemeyer

    Verena Thiemeyer

    @ Frau Bergmann
    Glauben Sie wirklich an Arbeitsplatzsicherung durch Fusion? Fusionen dienen der Marktstrategie (Ausschaltung von Konkurrenten zB) und natürlich der Senkung der Fixkosten und der Verlustminderung...Da wird es auch beim Personal 'Synergieeffekte' geben...

  • Michael Jungblut

    Michael Jungblut

    Eigentlich ein "Sturm im Wasserglas", mir tun vor allem die kleinen und auch die großen Verlage leid. Jetzt wird wohl noch dreister verhandelt,.....

  • Martina Bergmann

    Martina Bergmann

    @ Frau Thiemeyer: Das weiß ich nicht. Ich weiß aber, dass die (derzeit) 6000 nur zu einem minimalen Teil in anderen Buchhandlungen arbeiten würden, gäbe es eben diese beiden großen Firmen nicht. Und 6000 Angestellte wären auch nicht 6000 Inhaber von Kleinsortimenten. Insofern wäre ich beim Aburteilen sehr, sehr vorsichtig.

  • Martina Bergmann

    Martina Bergmann

    Und ich möchte auch noch etwas zu der Häme von Kollegen aus kleinen Firmen oder ohne Firma sagen: Wenn Sie so super wären - Hagen hätte sich bei Ihnen gemeldet, Hagen oder Aachen oder sonst ein beratungsbedürftiges Groß- oder Kleinunternehmen.

  • Bernhard Driehaus

    Bernhard Driehaus

    Auf dem Weg zum Exodus:

    Wie groß mag der wirtschaftliche Druck sein, der diese Fusion auslöst!
    Die Zentralisierung buchhändlerische Betriebe führt immer mehr dazu, dass die reine Betriebswirtschaft zur Maobibel der Unternehmungen wird. Die wirtschaftlichen Zwänge und Ziele verhindern zunehmend mehr den Blick auf das Handelsobjekt: Das Buch, nämlich als Kulturgut. Der Dualismus von Wirtschaft und Kultur – der einmal auf den Fahnen des Buchhandels als „Kulturträger“ stand – wird nun einseitig verwässert und aufgehoben. Die Betrachtungseise des Buches, der Literatur, ist damit überwiegend nur noch ökonomisch ausgerichtet. Somit zeichnet sich der Weg zur Aufhebung der Preisbindung ab und hieraus ergeben sich immer weitere Konsequenzen im Literaturangebot. Die Autoren- und Leserschaft wird und kann hier erst reagieren, wenn es zu spät ist. Der Buchhhandel, besser die Buchwirtschaft, wird sich rigoros verkleinern und sich hauptsächlich mit austauschbarer Profanliteratur beschäftigen. Dies entspricht auch dem heutigen gesellschaftlichen Mainstream unseres Landes und der Europäischen Union. Ich kann derartige Äußerungen als Rentner tätigen, da ich keine Rücksicht mehr nehmen muss und hoffe allerdings darauf, dass sich entsprechend der Theorie des „Oligopolistischen Marktes“ ein neuer, wenn auch kleiner neuer Buchmarkt entwickelt, der inhaltsreiche Literatur von engagierten Verkäufern nicht nur unter pekuniären Gesichtspunkten dem Leser anbietet. Dabei sind dann Widerstände von Politik und „Herrschaft“ zu überwinden. Das wäre dann die Renaissance einer Branche, deren Tätige sich dann wieder „Buchhändler“ nennen können..

  • Christian Reichenbach

    Christian Reichenbach

    Lieber Herr Jungblut, das wird ausgehen wie im Lebensmittel-Einzelhandel. Jedes Regal wird von einer Marke dominiert. Kochbücher nur noch von Dr. Oetker, Reiseliteratur von Kattus, Non-Books von Fackelmann. Das Brot- und Butter-Geschäft wird mit Eigenmarken abgedeck: Ja!-Krimis, Kokett-Liebesromane, Lupilu-Kinderbücher. Wohl bekomms.

  • Verena Thiemeyer

    Verena Thiemeyer

    @Frau Bergmann
    Ich habe nicht 'abgeurteilt', sondern eine Vermutung angestellt auf der Basis des betriebswirtschaftlichen kleinen 1×1, das Ihnen eigentlich bekannt sein müsste. Und auf der Basis meiner eigenen langjährigen Erfahrungen im Buchhandel.
    Sicher, 6000 Arbeitsplätze, derzeit, wie Sie selber schreiben.

  • Finn Ole Hoffmann

    Finn Ole Hoffmann

    Man mag die Jubelstimmung und die unkritische Berichterstattung ja kaum stören. Aber ein Blick zurück auf 2017 etwa lohnt, will man verstehen, was in den kommenden Jahren Buchhandlungen und Verlagen bevorsteht, wenn diese Fussion durchgeht.
    https://www.boersenblatt.net/artikel-thalia_forder t_rueckwirkend_werbekostenzuschuss-pauschale.13193 05.html

    https://www.boersenblatt.net/artikel-thalia_schrei bt_buchhandlungen_in_kleinstaedten_an.1394388.html

  • Neo

    Neo

    Wenn irgendwann die Buchpreisbindung fallen sollte, dürfte jeder Buchhändler froh sein, in diesem neuen Megaunternehmen angestellt zu sein... Ich seh diese Fusion nämlich weniger als ein Zeichen wirtschaftlichen Drucks, sondern als kluger vorausgehender Schritt gegen Amazon, sollte tatsächlich mal die Buchpreisbindung fallen.

    Und bitte mal die rosa Brille abnehmen. Das naive, leicht hochnäsige Schwadronieren vom Buch als Kulturgut ist nett, füllt aber nicht die Kassen. Was nützt eine breite Auswahl, wenn diese nicht angenommen wird? Unterm Strich entscheidet der Kunde und der Kunde bekommt das, was er will. Ausnahmen gibt es immer, aber die Ausnahmen sichern nicht das Überleben einer Buchhandlung.

  • Susanne Martin

    Susanne Martin

    Lieber Herr Riethmüller, leider kann man Ironie und Sarkasmus in den sozialen Netzwerken nicht kennzeichnen. Es steht mir nicht zu und ich würde mir auch nie anmaßen, Ihnen oder irgendwelchen anderen Kolleg*innen einen Rat zu erteilen. Ich wollte damit eigentlich nur ausdrücken, daß ich diesen Satz für wenig glaubwürdig halte und wenn ich ihn so weiterdenken würde, dann wäre ein weiterer Zusammenschluss der buchhändlerischen Unternehmensfamilien nur konsequent. Mit Thalia verbinde ich vieles, aber keinesfalls den Begriff "Familienunternehmen". Das ist bei Ihren Buchhandlungen und war bei der Mayerschen noch anders, denn hier sehe ich Familienmitglieder, die sich zeigen und keine Geschäftsführer. Sie werden es mir vielleicht nicht glauben, aber mein erster Gedanke bei dieser Meldung war, wie es der Osianderschen Buchhandlung damit wohl geht. Das habe ich ja aber nun mittlerweise lesen können. Es grüßt Sie Susanne Martin

  • Frank Schmidtsdorff

    Frank Schmidtsdorff

    Volksbuchhandel. Es beginnt die Zeit, wo man anscheinend von neuem beginnnen muss, die Menschen vom Vorteil des Wettbewerbs überzeugen muss. Vieles sonst hat man gehört und weiß, dass es ungefähr 12 Monate Bestand hat. Dann wird es Standortschließungen geben. Wir reden nicht nur vom Wettbewerb, der den Kunden zugute kommt und der Qualität, wir müssen von den Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter reden. Austritt aus dem Tarifvertrag und dann 10 € die Stunde... wer will. Das ist Realität im Rest des Einzelhandels. Höchste Zeit, dass die Verlage selbst brauchbare Internetauftritte und Portale entwickeln, damit ich im Buchhandel wieder die Vielfalt und Inspiration des Buchangebots finde. Manche Filialen von Thalia sind für mich auch erst auf den zweiten Blick als Buchhandlungen erkennbar. Ferner sehe ich ein Sortiment, dass sich nach den Konditionen richtet. Es wird Zeit, dass ein Wettbewerb auch um heutige und zukünftige Leser stattfindet. So setzt der Buchhandel seinen Weg nach unten fort.

  • Verena Thiemeyer

    Verena Thiemeyer

    @Neo
    Das 'Kulturgut Buch' ist im Grunde schon lange den Bach runter. Wir haben eine tiefe Bildungs- und Gesellschaftskrise. Im Zeitalter der politisch forcierten Massenverblödung verlassen Schüler die Grundschulen ohne richtig schreiben und lesen zu können. Lesen ist also anstrengend, der Wortschatz klein. Da ist das Buch zur Netflix Serie nur folgerichtig. Lesen und Inhalte verstehen bzw Inhalte gut zu formulieren wird wieder zur Nische. Lesegenuss für Eingeweihte. Die Digitalisierung spielt auch eine Rolle. Alles dreht sich immer schneller und es bleibt keine Zeit, die Zeit zum Lesen, also wird überwiegend schnell Verdauliches produziert und findet seine Abnehmer. Die neue Software LiSA, die Lektorenfunktion übernimmt...Alexa, frag mal LiSA, was ich lesen will....
    Vor diesem Hintergrund ist eigentlich egal, wer mit wem zusammengeht, denn Händler wie Amazon haben schon gewonnen, vielleicht weil sie die gesamtgesellschaftliche Entwicklung frühzeitig erkannt haben. Trotzdem glaube ich an das Buch als Medium und möchte nicht darauf verzichten müssen.

  • Martin Stankewitz

    Martin Stankewitz

    Osiander wird demnächst die letzte unabhängige Buchhandlung in Bretten erledigen. Ich denke man sollte sich diesen Artikel gut merken und dann wieder hervorholen, wenn SAP bei Osiander eingeführt ist und die Fusion mit Thalia-Mayer-Wittwer-Herder-Rombach...dann plötzlich soviel Sinn macht.

  • Tom

    Tom

    Bin immer wieder erstaunt über die Berichterstattung im Börsenblatt:
    - immer wieder Hervorhebung "familiengeführt"
    - ein "Hochglanzinterview"mit den Herren Falter und Busch - hervorragende, werbewirksame Selbstdarstellung
    - nicht eine tiefgreifende neutrale Analyse dieses Prozesses und Ableitung von Problemen für Verlage und Zwischenbuchhandel
    - usw..........

  • Martin Stankewitz

    Martin Stankewitz

    @Frau Thiemeier
    Ich sehe das ganz so wie Sie. Es wächst eine "Leserschaft" heran, für die Buch/Kultur ein Fremdwort ist und das Buch eine Datei auf irgendeinem Lesegerät. Die Buchketten kassieren ab so gut und so lange es noch geht. Und wenn es nicht anders geht, dann kassiert man halt auch im Drogeriemarkt ab.
    Das ist nicht meine Buchwelt. Ich habe zwischen 1975 und 1980 in München und Freiburg studiert und der Besuch von Buchläden war und ist für mich immer noch etwas besonderes. Übrigens, die beiden neuen Osianderfilialen in der Stuttgarter Innenstadt sind am Samstag Vormittag um 11. 00 h gähnend leer, mehr Personal als Kundschaft. Ich gebe denen maximal noch 2 Jahre dann ist dort Schluss.

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