100 Jahre Ingeborg Bachmann

Biografisches zum Jubiläum

25. Juni 2026
Madelaine Penzkofer

Zum 100. Geburtstag von Ingeborg Bachmann schärfen Biografien und Essays das Porträt der Dichterin. Der Überblick zeigt, welche Facetten und Widersprüche sich in Leben und Werk abzeichnen.

Ingeborg Bachmann im Profil am Mikrofon, aufgenommen nach der Verleihung des Georg-Büchner-Preises 1964 in Darmstadt.

Nach der Verleihung des Büchner-Preises: Ingeborg Bachmann spricht 1964 in Darmstadt

Sie hat viele Leben gelebt, nicht nur nacheinander, sondern teilweise auch nebeneinander«: Mit literaturwissenschaftlichem Blick geht Dieter Burdorf in "Dieses unruhige Ich" (C. H. Beck, 764 S., 38 €) auf Privates und Berufliches von Bachmann ein, auf Wohnorte wie Beziehungen. Obwohl er in Zeitabschnitten auf ihr Leben schaut, ist es komplex, dieses chronologisch zu erzählen. Er stellt Querverbindungen zwischen der jungen und der älteren Ingeborg Bachmann her, verweist auf vernichtete und nicht veröffentlichte Quellen und widerlegt aufgrund heutiger Quellenlage nicht mehr haltbare Vermutungen: ein facettenreiches Bild der Bachmann.

Wortwitzig erzählt Jörg Schorn die Vita von Bachmanns Lebensende ausgehend – und orientiert sich an Lebensabschnitten, dem Umfeld und wichtigen Orten. So springt "Die Bachmann" (Jacoby & Stuart, 120 S, 22 €) vom Tod der Dichterin zu ihrem Berühmtwerden und Liebes- wie Arbeitsbeziehungen. Text und karikaturhafte Illustrationen greifen dabei ineinander und binden Zitate aus ihrem Werk, Einschätzungen von Zeit­genoss:innen und Kritiker:innen ein. Der Überblick übt Kritik an den Machtverhältnissen, denen Bachmann als Frau und Lyrikerin ausgesetzt war, eine Zeittafel stellt Bezug zu historischen Ereignissen her.

Das unerlöste Verhältnis durchzieht ihr ganzes Werk.

Andrea Stoll: "Zwei Menschen sind in mir" (Piper)

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