Die Gänsehaut des Publikums ist förmlich in der Luft zu greifen, als Gisèle Pelicot in offenen, klaren Worten auf der Literaturbühne über den Prozess gegen ihren Ex-Mann spricht. Auf der Frankfurter Buchmesse ist Gisèle Pelicot zu Gast um ihr Buch „Eine Hymne an das Leben“ vorzustellen, das im Februar 2026 zeitgleich mit der französischen Originalausgabe „Et le joie de vivre“ im Piper Verlag erschien und direkt in der ersten Verkaufswoche auf Platz eins der Spiegel-Bestsellerliste einstieg. Inzwischen ging der Titel in die fünfte Auflage. Das Schreiben bezeichnet sie als Mittel, sich ihr eigenes Leben und ihre Würde zurückzuerobern, nachdem lange Zeit andere die Kontrolle darüber hatten: „Ich erkannte mein Leben nicht wieder, wenn andere es zusammenfassten.“
In ihrer Autobiographie blickt Gisèle Pelicot neben dem Grauen auch auf die schönen Erinnerungen der fünfzigjähren Ehe zurück, die sie als „so schmerzlich wie lebenswendig“ bezeichnet. Ihr Exmann, den sie nur „Herr Pelicot“ nennt, hatte zwei Gesichter: das dunkle kannte bis zu den Enthüllungen im November 2020 niemand.
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