In der Begründung zur Wahl heißt es: "Erinnerung ist keine Selbstverständlichkeit. Sie ist Arbeit. Sie ist Infrastruktur. Sie ist Machtfrage." Genau darin liege die feministische Bedeutung des DDF: Es bewahre nicht nur Dokumente, sondern hole Geschichte aus der Unsichtbarkeit zurück, in die sie durch patriarchale Strukturen verdrängt wurden.
Archive würden oft als Orte der Vergangenheit verstanden. Das DDF zeige etwas anderes: "Archive sind Zukunftsinfrastruktur. Ohne gesicherte Quellen fehlen die Grundlagen für Forschung, Journalismus, Sachbücher, Biografien, literarische Recherchen und neue feministische Publikationen. Was nicht dokumentiert wird, kann verschwinden. Was nicht zugänglich ist, bleibt unsichtbar."
Das DDF öffne Bestände, die lange nur Fachpublikum vorbehalten waren. Es ermögliche digitale Recherche und fördere neue Projekte in Wissenschaft, Medien und Buchbranche. In der Begründung heißt es dazu: "Das DDF schafft Zugang. Es demokratisiert Wissen. Es stärkt Autorinnen, Herausgeberinnen und Wissenschaftlerinnen. Und es schützt vor dem Vergessen in Zeiten digitaler Beschleunigung und gesellschaftlicher Polarisierung."
Besonders wichtig sei den BücherFrauen, dass das Digitale Deutsche Frauenarchiv nicht nur bekannte Namen sichtbar mache. Es dokumentiere auch Netzwerke, Initiativen, regionale Bewegungen, Alltagskämpfe und marginalisierte Perspektiven. Damit erweitere es den Blick auf feministische Geschichte und auf die Bedingungen, unter denen Texte, Bücher und Publikationen entstehen.