BoD-Studie

Jede:r zweite Autor:in nutzt KI als Hilfsmittel

18. März 2026
Redaktion Börsenblatt

Immer mehr Autor:innen setzen KI-Tools als Hilfsinstrument bei der Erstellung ihrer Bücher ein – beispielsweise bei der Recherche. Die Qualität der Ergebnisse werde jedoch zunehmend kritisch gesehen. Das und mehr ergab eine Umfrage von BoD.

eine natürliche und eine künstlicher Hand berühren sich, Motiv nach Art Michelangelos

KI ersetzt nicht das kreative Schreiben. Für die Mehrheit der Autor:innen sind KI-Tools vorrangig praktische Werkzeuge, die sie unterstützend bei der Entstehung und auch Vermarktung ihrer Bücher einsetzen können.

Marko Kuck, Geschäftsführer von BoD

Die Auswirkungen und der Einsatz von KI werden in der Buchbranche kontrovers diskutiert, so BoD in einer Mitteilung zur Studie. Die Hälfte der befragten Autor:innen (52 %) nutzt dabei heute bereits KI-Tools für ihre Schreibprojekte. 2024 war es nur etwa jede:r Dritte (37 %). Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage von BoD, an der insgesamt 3.663 Autor:innen teilgenommen haben. Die Befragung fand jeweils Ende 2024 und 2025 statt, um Einstellungen der Schreibenden bei der Nutzung von KI-Tools aufzuzeigen.

Einsatz als Hilfsmittel - aber nicht zum Schreiben

Ein Anstieg sei ebenfalls bei der Häufigkeit der Nutzung von KI-Tools zu erkennen. 2024 war es nur jede:r Zehnte (11 %), die oder der KI-Tools täglich verwendet hat. Ein Jahr später ist es bereits knapp jede:r Vierte (23 %). Am häufigsten werden KI-Tools wie ChatGPT, DeepL, Gemini oder Microsoft Copilot dabei nicht zum Schreiben eingesetzt, sondern als Hilfsmittel bei der Entstehung der eigenen Bücher.

Mit großem Abstand setzen die befragten Autor:innen KI für die

  • Recherche ein (2024: 66 % | 2025: 74 %).

Weitere Anwendungsbereiche sind:

  • Ideenfindung/Brainstorming (2024: 65 % | 2025: 59 %),
  • Korrektorat (2024: 48 % | 2025: 59 %)
  • und vermehrt die Buchvermarktung (2024: 37 % | 2025: 40 %).
  • Knapp die Hälfte der Autor:innen, die KI-Tools nutzen, verwenden diese für ein Lektorat (2024: 45 % | 2025: 48 %), um ihre Texte zu verbessern.
  • Der Einsatz von KI für die Textgenerierung (2024: 30 % | 2025: 24 %) und das Plotting (2024: 28 % | 2025: 24 %) nimmt hingegen ab.

"KI ersetzt nicht das kreative Schreiben. Für die Mehrheit der Autor:innen sind KI-Tools vorrangig praktische Werkzeuge, die sie unterstützend bei der Entstehung und auch Vermarktung ihrer Bücher einsetzen können", sagt Marko Kuck, Geschäftsführer von BoD. Dieser Aussage stimmen auch 56 % (2025) der Umfrageteilnehmenden zu (2024: 53 %). 

Wachsende Vorbehalte gegenüber der Qualität

Es zeige sich aber auch, dass trotz schneller Weiterentwicklung der KI-Modelle die Skepsis der Autor:innen im Hinblick auf die Qualität von KI-Texten und Bildern zunimmt, so Kuck weiter.

  • Drei Viertel der Autor:innen (2025: 77 %) haben Bedenken wegen der Qualität von KI generierten Texten (2024: 74 %).
  • Nur 15 % sind der Meinung, dass KI genauso gute Texte und Geschichten schreiben kann wie ein Mensch (2024: 17 %).
  • Nur noch etwas mehr als jede:r Dritte (2025: 39 %) meint auch, dass KI-Tools so gut bei der Überarbeitung und Korrektur helfen können wie ein Mensch. 2024 waren es noch knapp die Hälfte mit 45 %.
  • Einen starken Rückgang gab es auch bei der Meinung, ob KI ebenso schöne Coverdesigns und Illustrationen erstellen könnte wie ein Mensch. Hier stimmten 2024 noch 47 % der Teilnehmenden der Aussage zu. 2025 waren es nur noch 40 %.
  • Die Sorge, dass KI auf lange Sicht Autor:innen ersetzen könnte, blieb im Vergleich dann auch nahezu unverändert bei 49 % in 2024 und 50 % in 2025.

 

Bei einem Einsatz von KI in der Bucherstellung rät BoD zu einer freiwilligen Kennzeichnung, um Leser:innen und Buchhandel transparent in Kenntnis zu setzen. Zugleich lege BoD großen Wert auf den Schutz des geistigen Eigentums und des Urheberrechts seiner Autor:innen und empfiehlt Autor:innen einen Nutzungsvorbehalt in das Buchimpressum aufzunehmen, um Text- und Data-Mining im Zusammenhang mit der Entwicklung von Chatbots mit Künstlicher Intelligenz bei ihren Texten zu untersagen.

Die Ergebnisse der Umfrage

Autor:innen nutzen zunehmend KI-Tools

  • Anteil an Autor:innen, die KI-Tools nutzen: 2024: 36,7 % | 2025: 52,2 %
  • Wollen künftig KI-Tools nutzen:2024: 8,7 % | 2025: 6,1 %
  • Zeigen sich unentschlossen bei der Nutzung: 2024: 18,6 % | 2025: 14,6 %
  • Verneinen eine Nutzung: 2024: 36,0 % | 2025: 27,1 %

 

Autor:innen, die KI-Tools verwenden, nutzen diese häufiger

  • Anteil an Autor:innen, die täglich KI-Tools verwenden: 2024: 11,3 % | 2025: 23,0 %
  • Die wöchentlich KI-Tools nutzen: 2024: 10,2 % | 2025: 13,8 %
  • Die selten oder unregelmäßig KI-Tools nutzen: 2024: 15,2 % | 2025: 15,4 %

 

Die am häufigsten genutzten KI-Tools

  • Autor:innen, die KI-Tools nutzen, verwenden am häufigsten ChatGPT (2024: 29,7 % | 2025: 44,5 %), DeepL (2024: 15,7 % | 2025: 19,6 %), Gemini (2024: 3,9 % | 2025: 12,1 %) und Microsoft Copilot (2024: 7,9 % | 2025: 11,8 %).

 

Recherche als häufigster Anwendungsfall – Autor:innen nutzen KI-Tools bei eigenen Schreibprojekten für folgende Aufgaben

  • Recherche: 2024: 66,2 % | 2025: 74,3 %
  • Ideenfindung/Brainstorming: 2024: 65,4 % | 2025: 58,5 %
  • Korrektorat: 2024: 47,6 % | 2025: 58,5 %
  • Lektorat: 2024: 44,5 % | 2025: 48,4 %
  • Übersetzung :2024: 40,1 % | 2025: 41,2 %
  • Marketingzwecke: 2024: 33,6 % | 2025: 40,1 %
  • Textgenerierung: 2024: 29,5 % | 2025: 23,9 %
  • Plotting: 2024: 28,0 % | 2025: 24,2 %

 

Kritischer Blick auf die Qualität KI generierter Texte – Autor:innen gaben an, bei folgenden Punkten Bedenken in Bezug auf die Nutzung von KI-Tools zu haben:

  • Stimmen zu, Bedenken wegen der Qualität der KI-generierten Inhalte zu haben.
    2024: 74,0 % | 2025: 76,0 %
  • Sind besorgt, dass ihre Texte genutzt werden, um KI zu trainieren.
    2024: 69,5 % | 2025: 76,5 %
  • Stimmen zu, ethische Bedenken hinsichtlich des Einsatzes von KI beim Schreiben zu haben.
    2024: 67,4 % | 2025: 66,5 %
  • Stimmen zu, unsicher über rechtliche Aspekte beim Einsatz von KI-Tools zu haben.
    2024: 63,6 % | 2025: 62,9 %
  • Fürchten, dass der Einsatz von KI ihren Ruf als Autor*in beeinträchtigen könnte.
    2024: 62,4 % | 2025: 63,4 %

 

Hilfreiches Werkzeug, das mit Sorge betrachtet wird – die befragten Autor*innen stimmten folgenden Aussagen zu:

  • KI-Tools können hilfreiche Werkzeuge für Autor*innen bei Schreibprojekten sein.
    2024: 53,0 % | 2025: 55,6 %
  • KI-Tools kann Autor:innen neue Möglichkeiten und Chancen eröffnen.
    2024: 44,6 % | 2025: 45,5 %
  • Autor:innen werden unter vermehrtem KI-Einsatz leiden.
    2024: 68,3 % | 2025: 70,8 %
  • Es besteht die Sorge, dass KI auf lange Sicht Autor:innen ersetzen könnte.
    2024: 48,6 % | 2025: 49,5 %

 

Wachsende Skepsis beim Blick auf die Qualität von KI-Texten und Bildern – die befragten Autor:innen stimmten folgenden Aussagen zu:

  • KI kann genauso schöne Coverdesigns und Illustrationen erstellen wie ein Mensch.
    2024: 47,1 % | 2025: 39,5 %
  • KI kann mir genauso gut bei der Überarbeitung und Korrektur helfen wie ein Mensch.
    2024: 44,5 % | 2025: 38,8 %
  • KI kann genauso gute Texte und Geschichten schreiben wie ein Mensch.
    2024: 16,8 % | 2025: 15,0 %

Angaben zur Umfrage

Die Umfrage ist Teil einer Masterarbeit. Insgesamt 3.663 Personen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz haben in den Erhebungszeiträumen vom 25.10. bis 5.11.2024 (1.762 Teilnehmende) und vom 29.10. bis 5.11.2025 (1.901 Teilnehmende) teilgenommen.

56,8 % der Teilnehmenden veröffentlichen im Self-Publishing, 27,2 % sowohl bei Verlagen als auch im Self-Publishing, 7,4 % nur bei Verlagen und 8,6 % haben bisher noch nicht veröffentlicht. 49 % der Teilnehmenden waren weiblich, 48,7 % männlich und 2,3 % divers. Der Altersdurchschnitt lag bei 54 Jahren. 54,2 % der Teilnehmenden verfügen über einen Hochschulabschluss, 23,9 % über eine Berufsausbildung, 14,2 % über ein (Fach-)Abitur, 5,4 % über einen Realschulabschluss und 1,5 % über einen Hauptschulabschluss.