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Mainzer Stadtschreiberin erkundet per Bummelzug Deutschland

26. Februar 2026
Redaktion Börsenblatt

Die Schriftstellerin Annett Gröschner, Mainzer Stadtschreiberin 2025, hat mit ZDF und 3sat einen Film produziert: "Drei ostdeutsche Frauen bummeln durchs Land und prüfen die Schwerkraft der Verhältnisse". Zu sehen ist er etwa auf den Streaming-Portalen der beiden Sender.

Foto im Park, von links: Peggy Mädler, Annett Gröschner, Wenke Seemann

Von links: Peggy Mädler, Annett Gröschner, Wenke Seemann

"Drei ostdeutsche Frauen bummeln durchs Land und prüfen die Schwerkraft der Verhältnisse" ist in den Streaming-Portalen von ZDF und von 3sat ab Sonntag, 1. März, 18.00 Uhr zu sehen. Im ZDF wird der knapp dreißigminütige Film am Sonntag, 8. März, um 0.45 Uhr gezeigt, in 3sat eine Woche später, am Sonntag, 15. März 2026, um 12.25 Uhr. Annett Gröschner fährt darin zusammen mit den Autorinnen Peggy Mädler und Wenke Seemann in Bummelzügen durch Deutschland. Dabei erkunden sie, was das Land bewegt. Eine Bestandsaufnahme der Gegenwart in Ost und West und eine lyrische Entdeckungsreise, teilt das ZDF mit.

So kam es zum Film:

Im Rahmen der von ZDF, 3sat und der Landeshauptstadt Mainz verliehenen Auszeichnung Mainzer Stadtschreiber erhalten Literaten und Literatinnen die Möglichkeit, mit dem ZDF und mit 3sat einen Film nach freier Themenwahl zu produzieren. Annett Gröschner entschied sich, an das Buch anzuknüpfen, das sie 2024 mit Peggy Mädler und Wenke Seemann veröffentlicht hat: "Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat" (Hanser). Im Film treffen Gröschner und ihre Kolleginnen auf Menschen, Geschichten und Landschaften, die von Wandel, Widerstand und Hoffnung erzählen. Die Reise wird zur "Prüfung der Schwerkraft der Verhältnisse" für die drei Frauen: "Wie viel Bodenhaftung erzwingen die Krisen der Gegenwart, und lässt es sich mit Poesie dagegen anträumen?", fragen sie.

Die Reiseroute

Ausgangspunkt der Reise ist Frankfurt an der Oder, das Ziel ist Mainz. Dazwischen besuchen die drei Frauen Orte, an denen historische und gesellschaftliche Bruchlinien sichtbar werden. In Grünheide bei Berlin etwa trifft Gröschner die Aktivistin Manuela Hoyer, die sich gegen den dortigen Bau des Tesla-Werks engagiert hat. In Kirchmöser, einem Ortsteil von Brandenburg an der Havel, beschäftigen sich die drei mit Industriegeschichte, bevor sie in Leinefelde-Worbis in Thüringen modernisierte Plattenbauten besuchen. Nach der Überquerung der früheren innerdeutschen Grenze schauen sie sich in Kassel das Mahnmal "86° Walter Halit" an, das an Halit Yozgat und Walter Lübcke erinnert, die von Rechtsradikalen ermordet wurden. Kurz vor Mainz spielt die Autoindustrie erneut eine Rolle, wenn Wenke Seemann in Rüsselsheim mit dem langjährigen Opel-Betriebsrat Jürgen Crämer spricht, der Aufschwung und Niedergang des Unternehmens miterlebt hat.