Politisches Engagement

Vom Buchladen ins Rathaus

16. April 2026
Stephan Eppinger

Vier Jahrzehnte lang hat Hans-Günter Draht eine Buchhandlung in Wetter an der Ruhr geführt. Seit Kurzem ist er nun Bürgermeister der Stadt. Was treibt ihn an?

Hans-Günther Draht

Angekommen: der frühere Buchhändler Hans-Günter Draht im Bürgermeisterbüro. 

Wetter an der Ruhr hat eigentlich viel zu bieten. Die 26.000-Einwohner-Stadt liegt am Harkortsee – die Ruhr wurde hier in den 1930er Jahren zum Stausee. Neben der Natur rund um das große Wasserbecken gibt es Sehenswürdigkeiten wie die Burgen Wetter und Volmarstein ­sowie das prächtige historische Rathaus. Doch Wetter ist auch eine Stadt, die in die Jahre gekommen ist, mit zahlreichen Leerständen in der Haupteinkaufsstraße. Es ist eine Stadt, die nach wie vor von der Industrie geprägt wird und die seit dem Abzug der britischen Armee einen tiefgreifenden Wandel erlebt hat – nicht nur zum Besseren.

Ein harter Kampf

Und es ist die Stadt, in der Hans-­Günter Draht nach Ausbildung, Zivildienst und mehreren Stationen in Buchhandel und Verlagswesen 1986 seinen eigenen Laden, die Bücherstube, eröffnet hat. "Das war ein harter Kampf – anfangs lief das Geschäft noch nicht so, wie es sollte", berichtet der heute 68-Jährige. Doch Draht hatte zwei Jahre lang ein zweites Standbein als Verlagsvertreter und konnte dabei Erfahrungen sammeln, die ihm weiterhalfen. "Es war gut, über den eigenen Tellerrand hinauszublicken und dann in der eigenen Buchhandlung vieles auszuprobieren." Die Rahmenbedingungen in Wetter waren schwierig, "da wurden an der Stadtspitze viele falsche Entscheidungen getroffen und der Einzelhandel sowie die Innenstadt vernachlässigt. Das hat mich geärgert, aber auch immer wieder angespornt."
 

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