Lektorat

"Manchmal müssen instagramtaugliche Metaphern gestrichen werden"

17. August 2026
Redaktion Börsenblatt

Wie entsteht ein guter Text? Wir haben in Kinder- und Jugendbuchverlagen gefragt, was ein Lektorat alles bewirken kann. Antworten in dieser Folge von Emily Brodtmann, Arctis Verlag und Carolin Mandel, Hanser Kinder- und Jugendbuch.

Emily Brodtmann

Emily Brodtmann

Emily Brodtmann, Lektorin im Arctis Verlag:

Durch die hohe Gewichtung von Social Media im Marketing neigen einige Autor:innen dazu, vermehrt Sätze zu konstruieren, die schöne Bookquotes ergeben, aber zur Handlung relativ wenig beitragen. Aufgabe von uns Lektor:innen ist es, an diesen Stellen zu glätten. Da muss dann auch mal die eine oder andere instagramtaugliche Metapher gestrichten werden.

Gerade bei Übersetzungen aus dem amerikanischen Englisch fällt mir häufiger auf, dass Motive, Metaphern oder Vergleiche häufiger vorkommen und teils auch von unterschiedlichen POV's genutzt werden. Hier muss man aufmerksam lektorieren und gegebenenfalls Elemente streichen oder umformulieren.

Ich habe oftmals das Gefühl, dass amerikanische Lizenzen weniger streng lektoriert werden. Gerade bei Texten aus den USA fallen mir immer wieder Passagen auf, die man hätte streichen oder kürzen können. Da muss man dann im Übersetzungslektorat natürlich abwägen, ob und wie intensiv man dahingehend noch eingreifen kann.