Europäischer Verlegerverband

Phaedon Kidoniatis ist neuer Präsident

6. November 2026
Redaktion Börsenblatt

Der Europäische Verlegerverband (Federation of European Publishers) hat bei seiner Hauptversammlung am 4. und 5. November in Brüssel einen neuen Vorstand gewählt. An der Spitze wird Sonia Draga durch den bisherigen Vizepräsident Phaedon Kidoniatis abgelöst, aus Deutschland ist Barbara Budrich wieder mit dabei.

Gruppenfoto der FEP-Vorstandsmitglieder

Der neue Vorstand des Europäischen Verlegerverbands mit der bisherigen Präsidentin Sonia Draga

Der Verband wählte den Vorstand für den Zeitraum 2026 bis 2028: Phaedon Kidoniatis aus Griechenland (Eurasia Publications) ist neuer Präsident, Renate Punka aus Lettland (Janis Roze Publishers) Vizepräsidentin, Jesper Monthan aus Schweden (Bonnier) Schatzmeister. Weitere Vorstandsmitglieder sind Barbara Budrich aus Deutschland (Verlag Barbara Budrich), Simon Littlewood aus Großbritannien (The Publishers Association) und Giulia Marangoni aus Italien (Associazione Italiana Editori).

Barbara Budrich

Barbara Budrich

"Für eine freie und lebendige Lesekultur"

Barbara Budrich erklärte: "Lesen, Bildung, Meinungsfreiheit machen für mich eine lebenswerte Gesellschaft aus. Der europäische Buchmarkt ist dafür unverzichtbar und deshalb setzte ich mich ein: für sinnvolle politische Rahmenbedingungen, für ein starkes Urheberrecht im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz und für eine vielfältige, freie und lebendige Lesekultur. Die Wiederwahl in den FEP-Vorstand ehrt mich sehr. Ich danke dem Börsenverein für die Nominierung und das Vertrauen – und freue mich, meine Stimme als Verlegerin eines unabhängigen wissenschaftlichen Fachverlages und als Vertretung der deutschen Branche einzubringen."

Die FEP-Mitglieder dankten Sonia Draga für ihre Verdienste und hoben den Ausschluss von Büchern aus dem Anwendungsbereich der Entwaldungsverordnung sowie der Ausschluss von Büchern aus der Verordnung über Zahlungsverzug hervor. Sonia Draga sagte: „Das Amt der FEP-Präsidentin war eine wunderbare Erfahrung, auch wenn es angesichts der vielen Herausforderungen, denen unsere Branche in den letzten zwei Jahren gegenüberstand, sehr anspruchsvoll war.“

Phaedon Kidoniatis, der als erster Grieche das Amt des FEP-Präsidenten übernimmt, erklärte: "Bücher sind in diesen unruhigen Zeiten wichtiger denn je, und unsere Aufgabe im eigenen Land und in Europa ist es, an vorderster Front der Leseförderung zu stehen. Wenn es uns gelingt, die Einstellung zum Lesen und die damit verbundenen Gewohnheiten zu ändern, werden wir Europa zu einem besseren Ort machen."

Unterstützung für ukrainische Verlegerkollegen

Auf der Tagesordnung der Hauptversammlung standen außerdem Themen wie Künstliche Intelligenz sowie strategische Narrative für die Branche. Die FEP-Mitglieder billigten den Beschluss des Vorstands, ukrainische Verlegerkollegen mit einer Spende an das Förderprogramm zu unterstützen, das vom ukrainischen Kulturministerium und der KSE-Stiftung gemeinsam mit dem Ukrainischen Buchinstitut und dem "Book Arsenal" ins Leben gerufen wurde. Es soll kleinen ukrainischen Verlagen dabei helfen, ihre Betriebe aufrechtzuerhalten. Das Projekt "Tales of EUkraine", bei dem rund 300.000 zweisprachige Bücher für vertriebene Kinder veröffentlicht wurden, sei abgeschlossen.