Antworten auf "herablassenden Ton über Bücher von Frauen"

"Um Mitternacht vom Teleprompter abgelesene Bosheiten bewirken gar nichts"

9. April 2026
Redaktion Börsenblatt

"Warum darf Denis Scheck noch immer Bücher in die Tonne werfen?", so lautet die Überschrift eines Beitrags der Autorin und Kritikerin Elke Heidenreich in der aktuellen Ausgabe der "Zeit". Auch Autorin Ildikó von Kürthy nimmt Stellung zu einem Auftritt in der ARD-Sendung "Druckfrisch".

Denis Scheck steht an einem Transportband und wirft ein Buch in eine Tonne

Screenshot aus der Sendung Druckfrisch mit Denis Scheck (Ausstrahlung am 29.3.2026)

Fester Bestandteil ist in jeder der monatlich ausgestrahlten Sendungen der Auftritt des Kritikers Denis Scheck an einem Transportband. Er kommentiert die zehn ersten Titel der Spiegel-Bestsellerliste Belletristik oder Sachbuch. Was nicht seine Zustimmung findet, wirft er über das Band in eine Mülltonne. In der Ausgabe vom 29. März geschah dies mit den Büchern von Melanie Pignitter, Peter Hahne, Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy.

"Kulturauftrag sieht anders aus"

Elke Heidenreich nimmt das Wegwerfen des Titels "Alt genug" (Ullstein) ihrer Kollegin Ildikó von Kürthy, Platz 1 der aktuellen Sachbuch-Bestsellerliste, zum Anlass ihres Artikels. Scheck habe "wieder mal eine Autorin lächerlich gefunden und ihr Buch in seine berühmte Mülltonne geschmissen. Und alle Frauen, die dieses Buch gelesen haben, es mögen und es auf Platz eins der Bestsellerlisten geschossen haben, als blöde Trutschen gleich mit."

Ihren eigenen Büchern sei es ähnlich ergangen, so Heidenreich. Geschadet habe es ihnen nie – "wie denn auch? Um Mitternacht vom Teleprompter abgelesene Bosheiten bewirken gar nichts. Im Guten nicht, im Schlechten nicht, dass die ARD so was seit Jahren finanziert, ist so sinn- wie stillos. Kulturauftrag sieht anders aus." Heidenreich stellt vor allem einen "herablassenden Ton über Bücher von Frauen" fest, bemängelt fehlenden Respekt und zählt eine Reihe von Beispielen auf, darunter die Autorin Caroline Wahl. Gendern bringe nichts, im Kopf müsse etwas stattfinden.

Auch Ildikó von Kürthy bezieht in der aktuellen Ausgabe der Zeit Stellung. Sie antwortet unter der Überschrift "Ich kann Sie nicht mehr leiden, Denis Scheck". Sophie Passmann äußert sich in einem Instagram-Video und fordert von Scheck begründete Literaturkritik statt Äußerungen persönlicher Abneigungen. 

Zur Druckfrisch-Sendung vom 29. März: Druckfrisch vom 29. März 2026 - hier anschauen

Zum Artikel von Elke Heidenreich in der Zeit: Literaturkritik: Warum darf Denis Scheck noch immer Bücher in die Tonne werfen? | DIE ZEIT

Zum Artikel von Ildikó von Kürthy in der Zeit: Ildikó von Kürthy gegen Denis Scheck: Ich kann Sie nicht mehr leiden, Denis Scheck | DIE ZEIT

Zum Instagram-Video von Sophie Passmann: Instagram

Zu den aktuellen Bestsellerlisten auf Börsenblatt online: Bestseller: Almstädt und Palphreyman legen Nummer 1-Starts hin