In seiner Sendung "Druckfrisch" urteilt Denis Scheck mal schwärmerisch, mal verhalten, oft aber mit harschen Worten. Ein Höhepunkt der auf späte Sendeplätze verbannten Sendung sind seine rhetorisch geschliffenen Schnellurteile über die Top-10-Titel der "Spiegel"-Bestsellerliste. Die Auswahl dieser Bücher, ob Belletristik oder Sachbuch, trifft also nicht Scheck, sondern das kaufende Publikum.
Darüber, ob Deutschlands wohl gefürchtetster Literaturkritiker bei seinen Urteilen Autorinnen unfairer behandelt als ihre männlichen Kollegen, wird seit einer Woche heftig gestritten. Auslöser war die jüngste "Druckfrisch"-Folge, in der Scheck den neuen Roman von Ildiko von Kürthy ("Geschnatter von der Damentoilette auf einer Hochzeit") und Sophie Passmanns Buch "Wie kann sie nur" verriss. Von Kürthy und Passmann warfen Scheck daraufhin öffentlich Sexismus vor.
Die ARD stellte sich vor ihren Kritiker: In "Druckfrisch" gebe es "keinen Raum für Frauenfeindlichkeit", das Geschlecht spiele keine Rolle. Scheck selbst betonte, er bemühe sich seit 23 Jahren um eine pointierte Bewertung der Texte, nicht der Personen dahinter. Im März habe er vier Bücher von Frauen gelobt und drei negativ besprochen.
vielen Dank für die Auswertung und den einordnenden Artikel - das musst mal so gesagt werden.
Herzlich, Sigrun Hintzen
Buchhandlung Hintzen