Auszeichnung für ihr entschlossenes Eintreten für Europa und die Bewahrung der Freiheit

Winfriedpreis 2026 der Stadt Fulda geht an Nino Haratischwili

31. August 2026
Redaktion Börsenblatt

Die Schriftstellerin, Dramatikerin und Theaterregisseurin Nino Haratischwili erhält den Winfriedpreis 2026 der Stadt Fulda. Mit der mit 10.000 Euro dotierten Auszeichnung würdigt die Stadt ihr entschlossenes Eintreten für den europäischen Gedanken, für Menschenrechte und für die Bewahrung der Freiheit angesichts des russischen Imperialismus.

Cover von "Europa, wach auf!"

In der Begründung des Preiskuratoriums heißt es: "In ihren Werken greift Nino Haratischwili Themen aus der europäischen Geschichte auf, insbesondere beschäftigt sie sich mit den Konsequenzen des Zerfalls der Sowjetunion und des russischen Imperialismus.  In ihrer Publikation 'Europa, wach auf!' positioniert sie sich klar für ein gemeinsames europäisches Denken sowie die Bewahrung der kulturellen und geistigen Errungenschaften und gibt so wichtige Gedankenanstöße für unsere westliche Gesellschaft."

Die Preisverleihung findet am Sonntag, 13. September, um 15 Uhr im Fürstensaal des Fuldaer Stadtschlosses statt. Die Laudatio hält der Osteuropa-Experte Reinhard Veser, Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Über Nino Haratischwili

Nino Haratischwili, 1983 in Tiflis geboren, setzt sie sich in ihren Arbeiten immer wieder mit den politischen und historischen Bruchlinien Europas auseinander. International bekannt wurde sie mit ihrem großen Familienepos "Das achte Leben (Für Brilka)" (FVA), das die Geschichte einer georgischen Familie über mehrere Generationen hinweg erzählt, zugleich ein Jahrhundert europäischer Geschichte sichtbar macht. Ihr jüngster Titel ist "Europa, wach auf! Texte und Reden" (FVA). In Essays, Reden und Texten reflektiert sie über die politische Gegenwart, über die Verantwortung Europas und über die Notwendigkeit, Freiheit und demokratische Werte nicht als selbstverständlich zu betrachten.

Der Winfriedpreis der Stadt Fulda

Der Winfriedpreis wird seit 2001 jährlich an Persönlichkeiten verliehen, die sich in besonderem Maße um Menschenrechte und die Völkerverständigung in Europa verdient gemacht haben. Zu den bisherigen Preisträgerinnen und Preisträgern gehören unter anderem Bundespräsident a. D. Joachim Gauck, Bundestagspräsident a. D. Prof. Norbert Lammert, Abtprimas Prof. Dr. Notker Wolf, der Schriftsteller und Publizist Navid Kermani, der Journalist und Publizist Ulrich Wickert sowie im vergangenen Jahr Kardinal Jean-Claude Hollerich, Erzbischof von Luxemburg.

Gestiftet wird der Winfriedpreis von der Dr. H. G. Waider-Stiftung. Namensgeber ist der heilige Winfried Bonifatius, der in Fulda begraben ist und als einer der prägenden Gestalter Europas im frühen Mittelalter gilt.