Andreas Tretner, 1959 in Gera geboren, zählt zu den profiliertesten Vermittlern schwierigster russischer, bulgarischer und tschechischer (Prosa-)Texte. Mit der zweisprachigen Edition "Gedichte vom blauen Jungen", die dem Werk Aleksandăr Vutimskis (1919–1943) gewidmet ist, erschließe Andreas Tretner erstmals umfassend – auch für Bulgarien – einen Vertreter der frühen bulgarischen Moderne. Tretners Übersetzung und sein aus aufwendigen Recherchen entstandener werkbiographischer Begleitessay bewegten die Leser, Aleksandăr Vutimski, der während seines kurzen Lebens kein einziges eigenes Buch veröffentlichen konnte, als herausragende Gestalt der europäischen Avantgarde wahrzunehmen.
Die Verleihung des vom Freundeskreis Literaturhaus Heidelberg gestifteten und mit 5.000 Euro dotierten Preises findet am 22. Oktober in Heidelberg statt, die Laudatio hält der Literaturwissenschaftler Urs Heftrich.