Frankfurter Buchmesse

Zwischenbilanz der Buchmesse: 65.000 Fachbesucher!

9. Oktober 2026
Redaktion Börsenblatt

An den ersten beiden Fachtagen der 78. Frankfurter Buchmesse (7.–11. Oktober) blieb die Zahl der Besucherinnen und Besucher auf dem gleichen hohen Niveau wie im Vorjahr. So die Zwischenbilanz. 

Frankfurter Buchmesse 2026: Blick auf die Agora

Frankfurter Buchmesse 2026: Blick auf die Agora

Am Mittwoch und Donnerstag (7.–8. Oktober) besuchten insgesamt 65.000 Fachbesucher:innen aus 130 Ländern die Messe, die noch bis Sonntagabend dauert. Das teilte die Frankfurter Buchmesse mit. Zum ersten Mal kamen Fachbesucher:innen aus Kap Verde, Grönland, Guinea, den Turks- und Caicosinseln sowie Eswatini auf die Messe. 

4.000 Aussteller präsentieren ihre Bücher, Produkte und Dienstleistungen auf der führenden internationalen Buchmesse in Frankfurt. 

Die diesjährige Messe bietet mehr Bühnen als je zuvor. Dort finden mehr als 3.800 Veranstaltungen auf dem Messegelände und in ganz Frankfurt statt. 
 
Das erneut stark frequentierte "Literary Agents & Scouts Centre" (LitAg) war von 319 Agenturen aus 32 Ländern belegt. Im LitAg und im "Publishers Rights Center" wurden insgesamt 582 Tische verkauft (2025: 591 Tische). Zu den bedeutenden Rechtegeschäften, die diese Woche für Schlagzeilen in der Fachpresse sorgten, gehörten der Erwerb des Kinderbuch-Debüts "Once, in the Forest" der "Chocolat"-Bestsellerautorin Joanne Harris durch den unabhängigen britischen Verlag Magic Cat Publishing. Außerdem wurde ein transatlantischer Vertrag zwischen Penguin Random House UK und der Hachette Book Group über den Krimi "The Protector" von James Patterson und Arnold Schwarzenegger abgeschlossen.

Positives Feedback zum neuen Hallenlayout 

Die diesjährige Messe findet mit einem neuen Hallenlayout statt: Aussteller mit starker B2B-Ausrichtung befinden sich in den oberen Hallenebenen, während jene mit großem Interesse an Privatbesucher:innen in den Erdgeschossen der Hallen platziert sind. Dazu Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse: "Nach den ersten beiden Fachbesucher:innentagen der Messe kann ich sagen, dass sich das neue Hallenkonzept für unsere Aussteller und Fachbesucher:innen äußerst gut bewährt hat. Bislang haben wir von beiden Gruppen sehr positives Feedback erhalten."

CEOs über die Rolle der KI und die Bedeutung von Geschichten 

Am Mittwoch betraten mehrere CEOs die Bühnen. Beim "CEO Talk" erklärte Tobias Wann, CEO von tonies, dass sein Unternehmen zwar bei einigen seiner Produkte mit KI experimentiert habe, die Toniebox selbst jedoch "niemals ein KI-Spielzeug werden wird". Nigel Newton, Gründer und CEO von Bloomsbury Publishing Plc führte aus, das Verlagswesen habe schon viele Herausforderungen erlebt. Und er sei sicher, dass KI nur ein weiterer Sturm sei, den die Branche gekonnt überstehen werde. "Es ist noch alles offen. Es bleibt noch Zeit, das Biest zu zähmen." 

An anderer Stelle, auf der Frankfurt Kids Conference, sprach Perminder Mann, CEO von Simon & Schuster UK und International, über die Bedeutung der Veröffentlichung von Erzählungen aus allen Teilen der Welt. "Das ist der Weg, um Menschen in einer polarisierten Welt zusammenzubringen", erklärte sie.

Frankfurt: Wo Kultur und Politik aufeinandertreffen 

Bei der Eröffnungs-Pressekonferenz der Messe hielt die amerikanische Historikerin und Pulitzer-Preisträgerin Jill Lepore eine eindringliche Grundsatzrede, in der sie vor einer Welt warnte, in der unsere Zukunft "einer sehr kleinen Zahl unglaublich mächtiger Wirtschaftsmagnaten des 21. Jahrhunderts" überlassen wird.

Beim Opening, der offiziellen Eröffnungsfeier der Frankfurter Buchmesse, äußerte sich Glenn Micallef, EU-Kommissar für Generationengerechtigkeit, Jugend, Kultur und Sport, zurückhaltend hinsichtlich des künftigen Einflusses der KI auf die Verlagsbranche und fügte hinzu: "Künstliche Intelligenz wird uns mehr Worte liefern, als jede Generation vor uns jemals hatte. Unsere Verantwortung besteht darin, die Menschen, die dahinterstehen, niemals aus den Augen zu verlieren. Denken Sie daran: Technologie kann Worte generieren. Aber nur Menschen können sie zum Leben erwecken." 

Die literarische Rednerin des Buchmesse-Gastlands, die tschechische Autorin Radka Denemarková, sagte: "Ich stehe hier; ich habe keine Wahl, denn ich existiere, und ich habe die Nase voll von dem, was ich in letzter Zeit so oft gehört habe: dass man Politik und Literatur trennen müsse. Alles ist Politik. Die Frage von heute ist ganz einfach: offene Demokratie oder geschlossene Gesellschaft. Die Literatur kennt die Antwort; deshalb ist sie so gefährlich."